Himmel, diesen Eröffnungssynthie hat man ja seit Van Halens „Jump“ nicht mehr gehört...Kitsch pur...Retro geht’s auch weiter, allerdings nicht mit falschem Hüftgelenk - Die Zähne vermisst man auch ein wenig - die Gitarren blitzen eher selten auf. Allerdings hat Gil Stein die Dritten von Keith Emerson und Jon Anderson gleichermaßen anprobiert und festgestellt, dass ihm Falsettgesang und anachronistische Tastenklänge bestens passen. Das Sprechen in proggigen Zungen fällt mit diesen neuen Beißerchen nicht mehr schwer: „Na, Kleiner, wie heißt du?“ - „Wie ein Album von Genesis.“
Damit wäre das Meiste schon gesagt. Es gibt massig Verweise in die kreative Zeit der Rockmusik. „In Haze Of Time“ hat allerdings auch einen hohen Jam-Charakter, so dass es mit markanten Songs nicht weit her ist..rauscht alles schön am Ohr vorbei und fesselt keineswegs so wie die Vorbilder. Der Bass klingt Rickenbacker-ig, ist aber laut (billig wirkendem) Booklet ein Höfner...macht nichts, ist ja auch alt. Sein Spieler verzapft in der Bandbiographie übrigens, dass er „1976 at avery young age“ auf die Welt kam...wie alt war er denn an seinem Geburtstag? - scheint wohl verzweifelt gerne die große Artrock-Phase miterlebt haben zu wollen... Ach, und Musea sollte übrigens mal die Aufmachung ihrer Scheiben überdenken - mich animiert die billige Aufmachung nicht gerade zum Verharren beim Stöbern im Verkaufsregal animieren.
FAZIT: Die Ungnade der späten Geburt gilt den Musikern wie ihrer Musik - löblich untrendig, ärgerlich altmodisch. Trespass sind definitiv zu spät dran und können allenfalls alleskaufende Altprogger ansprechen. Für die gibt es allerdings immer noch genügend zu hebende Schätze aus der damaligen Zeit. Somit sprechen diese Zähne auch noch in falschen Zungen, denn „trespassed“ wird hier wirklich nichts - alles in seinem gewohnten Rahmen...
Punkte: 6/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 01.02.2008
Roy Bar-Tour
Gil Stein
Gil Stein
Gil Stein
Gabriel Weissman
Musea
44:19
2002