„Stand Alone Together“ gehört zu diesen kleinen, unerwarteten Überraschungen, die dann und wann ihren Weg auf den Tisch des Rezensenten finden. Die sieben Musiker um Chefdenker Ray Turrell haben hier einen ganz eigenen Klangkosmos geschaffen – sicher hat man alle Zutaten bereits irgendwo einmal zu hören bekommen, aber „Project 39“ verstehen es, die Ingredienzen so geschickt zusammen zu mischen, daß eine äußerst interessante Mischung aus Prog, Rock und elektronischen Soundscapes dabei herauskommt.
„The Dreamer Dreams“ startet mit Nasa Sprach Samples vor atmosphärischen Wabersounds. Dann heißt es entspannen beim Abtauchen in floydsche Klangkosmen, zu den Sprachsamples gesellen sich ruhig-relaxte Gitarrenklänge und der ungemein angenehme, zurückhaltende, melancholisch schwebende weibliche Gesang.
„Beyond The Clouds“ umfängt wieder mit Gilmour-Gitarren, Abwechslung bringt der Einsatz von dramatischen Breitwandgitarren und einem wunderschönen Single-Note Thema, das männliche und weibliche Gesangsharmonien perfekt untermalt und ergänzt.
„Through The Eye Of A Telescope“ vertont einen Raketenstart, dementsprechend treibend gestalten sich Drum Rhythmen und Gitarrenklänge, irgendwie erhabend diese Soli … und trotzdem nicht langsam oder schnarchig, sondern voller Elan und Dramatik vorgetragen. Gesang gibt’s hier keinen, was zu keiner Sekunde ein Nachteil ist, denn die Gitarre zaubert eine ergreifende Melodie nach der anderen hervor.
„Universal Dot To Dot“ und „Changing Horizon“ bestehen hauptsächlich aus authentischen Nasa Samples (am bekanntesten: „That´s one small step for a man, one giant leap for mankind”) und elektronischen Sci-Fi Klangspielereien. Als songdienliche Ergänzung können solche Soundexperimente ja durchaus interessant sein, in so komprimierter Form wirkt das ganze leider etwas ermüdend. Sehr schade, denn ein, zwei weitere gute Songs hätten „Stand Alone Together“ durchaus in höhere Wertungsregionen hieven können.
Den großen Abschluß markiert „The Dreamers Dreamed“. In sieben Minuten wird hier nocheinmal zusammengefaßt, wofür die ersten drei Songs standen: Atmosphäre, Gefühl, ein Gespür für Spannungsbögen und erhabene Gesänge. Dazu gibt’s noch ein Ayreon-mäßiges Synth-Solo serviert.
FAZIT: Klangreise in den Kosmos, Pink Floyd trifft Ayreon trifft Ambient. Etwas schade, daß einige Klangcollagen etwas arg lang geworden sind, hier wär noch gut Platz für einen weiteren starken Song gewesen.
Auf der Bandwebsite kann der interessierte Hörer jedes der 6 Stücke probehören.
Erschienen auf www.musikreviews.de am 30.01.2008
Ray Turrell
Paula Cunningham, David Roy, Nicki Allan
Gavin Fletcher, Ray Turrell
John Grosberg
Wayne Sowden
Eigenproduktion
29:57
2004