Das erste komplette Studioalbum von DOWNSCAPE hat nun schon zwei Jährchen auf dem Buckel, was aber kein Grund sein soll, die Scheibe hier nicht doch noch vorzustellen. Wem das Line Up bekannt vorkommt: Die Formation aus Giessen knüppelte einst unter dem Namen OBSCURITY.
„Under The Surface“ wird Anhänger der Hochgeschwindigkeitsknüppelorgien nicht zufrieden stellen. Im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen hauptsächlich schleppende Grooves, die voluminös und basslastig aus den Boxen quellen. Die Growls von Kai Müller-Lenz thronen dabei druckvoll und allgegenwärtig über den zehn Kompositionen, die ein ums andere Mal Erinnerungen an DISBELIEF und ILLDISPOSED wach werden lassen.
DOWNSCAPE bemühen sich um eine gewisse Abwechslung: Sei es das cleane Gitarrensolo in „Frost“, das fast schon atmosphärisch-poppig beginnende „Calm Water“, die treibenden akustischen Gitarren am Anfang von „The Art“ oder eher überraschenden Ausflüge in höhere Geschwindigkeitsregionen („When I´m Dead“).
Dennoch will sich so schnell keine größere Begeisterung einstellen. Es fehlen einfach ein paar einprägsame Momente, die DOWNSCAPE über die Konkurrenz hinausheben. Denn letztlich lebt „Under The Surface“ fast ausschließlich von seinen fetten Grooves, die sich aber nach einigen Hördurchläufen abwetzen und an Durchschlagskraft verlieren.
FAZIT: Dem Sucher nach todesmetallischer Originalität werden sich bei DOWNSCAPE keine neuen Welten auftun. Wem allerdings übertriebende Virtuosität seit jeher suspekt war und wer einfach nur im nackenfreundlichen Midtempo die Rübe schütteln möchte, dem sei „Under The Surface“ für einen Testdurchlauf ans Herz gelegt.
Punkte: 8/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 01.02.2008
Sascha Sattler
Kai Müller-Lenz
Jens Sommer, Wittali Weber
Andreas Goericke
MDD Records/Twilight
41:54
2004