Schon um das Debüt wurde sehr viel Wind gemacht - daran sieht man, in welch erbärmlichen Zustand die Metalszene momentan ist - trotzdem oder gerade weil harte Klänge wieder populärer sind - wenn sie eine 100prozentige (!) Dio-Rainbow-späte-Black-Sabbath.Kopie mit Null (!) Eigenständigkeit als den Stein der Weisen feiert. Sicher ist das alles erstklassig in Szene gesetzt - man braucht bei heutigen Produktionsstandards die Starproduzenten der großen Vorbilder nicht zu bemühen, um ein genießbares Produkt (mehr ist das hier wirklich nicht) abzuliefern. Sänger Johansson hat wohl eine Affinität zu Kopisten, denkt man an seine Zusammenarbeit mit Keyboarder Richard Andersson, dem Zweitverwerter allerlei Yngwie-und Purple-ismen. Hart gesprochen: wer nichts Eigenes zu sagen hat, kaut bloß wieder. Demnach empfehle ich diesen Rindviechern, einfach die Fresse zu halten. Man könnte die natürliche Stimmähnlichkeit zum ollen Ronnie sicher verzeihen, aber Johansson fordert den Vergleich noch heraus (auch, was die Texte betrifft), so dass die Platte fast zur Karikatur verkommt...
Leute, seid ihr taub? Ich rate jedem, die alten Klassiker zehnmal aus dem Regal zu nehmen und zu hören - nur unterstützt solche Bands und deren Labels nicht. Coverbands sind etwas fürs lokale Stadtfest. Es gibt so viele schändlich übersehene Grupen; ja, und es gibt auch immer noch originelle Bands, die dem Hörer etwas geben können fernab dieser Second-Hand-Gefühle...
FAZIT: Muh! Coverplatten bekommen keine Wertung...und jetzt einen warmen Fladen drauf...
Erschienen auf www.musikreviews.de am 28.01.2008
Martin Haglund
Patrick Johansson
Joachim Nordlund
Jocke Roberg
Johan Lindstedt
Locomotive
49:27
2005