Wie an der erweiterten Bezeichnung erkennbar, hat diese Veröffentlichung nichts mit der gleichnamigen, deutschen Prog-Metal-Band zu tun, die bis zum Jahre 2000 vier Alben veröffentlicht hat. Aber eigentlich hat (oder hatte) ja fast jedes musikrelevante Land seine eigene Band identischen Namens.
Der hiesige Initiator Richie Zito hat sich laut Infoblatt in den 70er-Jahren als Sessiongitarrist für Größen wie Donna Summer, Diana Ross, Tina Turner, Kenny Rogers, Lionel Richie, Barbra Streisand und The Beach Boys einen Namen gemacht, spielte als festes Mitglied in der Band von Elton John und die Gitarre bei Soundtracks zu Beverly Hills Cop, Top Gun, Flashdance und Scarface. Die für mich wenig relevanten Popgrößen sind die Erklärung, warum er mir trotz seiner Erfolge bisher noch nicht untergekommen ist. Dass er später auf den Produzentenstuhl gewechselt ist, insgesamt 38 von ihm produzierte Singles in den Billboard-Charts gelandet sind und es in dieser Tätigkeit zur Zusammenarbeit mit rockigen Vertretern wie HEART, WHITE LION, BAD ENGLISH, MR. BIG und TYKETTO gekommen ist, hätte da schon eher mal die Aufmerksamkeit erregen können. So viel zu den umfangreichen Statistiken.
Da er sich für sein neustes Projekt überwiegend alter Bekannter bedient, die schon öfter mal einen Rockschuppen von innen gesehen haben, ist dieses Album dann auch für Anhänger von Stromgitarrenklängen zumindest am Rande interessant. Die verschiedenen Sänger, auf denen hier natürlich das Hauptaugenmerk liegt, im Einzelnen aufzuzählen, würde den Rahmen sprengen; ein Blick auf die Songliste bietet diesbezüglich Abhilfe.
Das Album geht sich mit "Blue Collar" in rockiger FOREIGNER-Tradition dann auch gut an, in der Folge weiß das blues-rockige "Is He Better Than Me" alleine schon durch den Gesang von Joe Lynn Turner zu gefallen und beim etwas düsteren "Nightmare" überrascht Eddie Money mit seinem rauen Gesang ebenfalls angenehm. Mit "Oh Samantha" wird es danach erstmals richtig schlüpfrig. Der Song erinnert nicht nur wegen des Titels und trotz des Sängers mehr an BOSTON als an TOTO, ist letztendlich aber ziemlich belanglos. Der besinnliche Titeltrack weist dann erstmals Ohrwurmqualitäten auf und das nachdenkliche "Blue Monday" mit deutlicher Hardrockgitarre gehört ebenfalls zu den Pluspunkten.
Zum Ende hin fällt das Album qualitativ dann aber stärker ab: Sowohl das soulig-schnulzige "Forever I Will", das nach HUEY LEWIS AND THE NEWS klingende "I Put My Life In Your Hands", als auch die beiden trantütigen Abschlusstracks der Marke "tausendmal gehört" lassen das Gesamtresultat ziemlich zwiespältig ausfallen.
FAZIT: Die CD trägt den Projekt-Vermerk zurecht und ist mehr eine Ansammlung von Einzelsongs mit stark unterschiedlicher Relevanz als ein kompaktes Album, welches seinen vordergründigen Reiz und die entsprechende Abwechslung durch die angetretene Sängerschar erfährt. Eingefleischte AORler dürften aber weniger zu meckern haben.
Punkte: 6/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 01.02.2008
Richie Zito
siehe Songliste
Richie Zito
Richie Zito, Joey Carbone, Marcus Brown
Tommy Decker, Greg Bissonette
Richie Zito (mandolin), Davey Duke, Ken Pacheco (backings), Jason Turbin (strings)
Frontiers Records
53:37
2006