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Reviews

Dryade: Inscape

Stil: Progressive Metal

Cover: Dryade: Inscape

Frankreich gilt ja nicht grad als allererste Adresse, wenn es um qualitativ hochwertigen Metal geht. In letzter Zeit konnten den Autor dieser Zeilen lediglich GOJIRA überzeugen, die aber in bedeutend extremeren Prog-Death Musikgewässern schippern. DRYADE verschreiben sich eher dem altbekannten Prog Metal Sound, der an eine gewisse Band erinnert, die man mittlerweile wirklich nicht mehr nennen möchte, so ausgelutscht sind diese Vergleiche mittlerweile. Doch irgendwie ist es faszinierend, wie sehr eine einzige bestimmte Band ein Genre beeinflussen kann, auch noch schlappe 17 Jahre nach dem Erscheinen ihres Erstlingswerkes.

Technisch versiert geht das Quintett zu Werke. Der Sound verbleibt dabei aber angenehm organisch mit natürlichem Schlagzeugsound und trocken inszenierten Gitarren, die Basslinien könnten gerne etwas mehr in den Vordergrund treten. Das typische Prog Metal Geriffe trifft pur auf die Ohren – also ganz ohne symphonisches Keyboard Gleitmittel. Ein weit verbreitetes Problem dieser Spielart des Metals ist, daß die Riffs zwar aufgrund von Breaks und schiefen Takten Abwechslung bieten, der Gesang aber wie beliebig über die sperrige Gitarrengrundierung gelegt wirkt. Sänger Stéphan Ganet bemüht sich redlich um emotionale Tiefe - leider geht das oftmals nach hinten los, wenn der eine oder andere jaulige Kiekser (auch mal auf Französisch) die Fußnägel in Hab-Acht-Stellung drängt.

Richtig gut sind DRYADE immer dann, wenn die beiden Gitarristen das Zepter in die Hand nehmen und feine Soli irgendwo zwischen schneidendem Metal Sound, verspielter Jazz-Leichtigkeit und gutlaunigen Funk-Einflüssen einstreuen.

FAZIT: Typische Prog Standardkost, die zwar immer noch gut schmecken kann, wenn mit einigen Überraschungsmomenten deftig gespickt - doch DRYADE verzichten auf solcherlei Experimente und vermitteln so den säuerlichen Beigeschmack des Wiedergekäuten. „Inscape“ ist fraglos gutklassig eingespielt, doch reichen ein paar gelungene Gitarrensoli nicht, um über Albumlänge fesseln zu können. Hier fehlen einfach ein paar Aha-Momente und Widerhaken …

Punkte: 6/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 01.02.2008

Tracklist

  1. Your Enemy
  2. My Last Wish
  3. Toy of Your Acts
  4. Angel´s Dust
  5. Une Ombre dans le Miroir
  6. Ta Vraie Place
  7. Le Mal des Mots
  8. Was It Real
  9. Alone
  10. ...L´homme Créa Dieu

Besetzung

  • Bass

    Yann Gallic

  • Gesang

    Stéphan Ganet

  • Gitarre

    Christophe Ganet, Sylvain Felix

  • Schlagzeug

    Ghislain Felix

Sonstiges

  • Label

    Brennus Music / Just For Kicks

  • Spieldauer

    42:32

  • Erscheinungsdatum

    2006

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