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Depressed Mode: Ghost Of Devotion

Stil: Doom

Cover: Depressed Mode: Ghost Of Devotion

Wer hat Angst vorm bösen Varg? – Doom-Bands anscheinend nicht, denn nach Reverend Bizarre huldigen nun auch andere Finnen Burzum mit einem „Dunkelheit“-Nachspieler. Wie der Rest ihres Albums ist die Musik ungleich orchestraler und im Death Metal verankert als die der Landsleute um Albert Witchfinder.

Genauer gesagt sind DEPRESSED MODE ebenso massiv und heavy wie die Bizarren, aber ohne bluesige Verwachsungen und schwarzssonntägliche Ausflüge. My Dying Bride stehen beim Coversong gesanglich Pate (und ein Cello ersetzt deren Violine im pianogetragenen Intro zum finalen „Cold“); ansonsten teilt sich Ossy Salonen die Vocals mit Elfenstimme Natalie von den ähnlich lebensbejahenden Shape Of Despair, wobei die Stimmen eher wie zusätzliche Instrumente erscheinen. Texte werden unerheblich, und alles verschmilzt zu einem großen trägen Strom des Leides – Derartige Sounds können wirklichen Schaden anrichten, wenn´s im Kopf des Hörers sowieso schon dunkel ist. Es ist zwar so, dass die Schwere die Musik dominiert und Gitarrenriffs Stilmittel dieser Wuchtigkeit sind, anstatt durch irgendwelche Hooks Songs wiedererkennbar zu machen; dies bedeutet jedoch nicht, dass DEPRESSED MODE nicht ohne Zug nach vorne auskämen. „The Sun Is Dead“ etwa beweist dies deutlich, auch wenn Lebhaftigkeit sich anders anhört.

Der warme Klang nivelliert das unbequeme Gefühl beim labilen Hörer nicht unbedingt. Andererseits kann von kargem Minimal-Doom bei dieser Scheibe auch nicht die Rede sein, da die bombastischen Arrangements, welche bisweilen an Verschrobenes aus dem Ex-Ostblock wie Gods Tower erinnern, prinzipiell für Wohlklang sorgen. Nur das einseitige Konzept und dessen Ausformung in Form von Dur-Verweigerung und dem nicht stattfindenden Aufbruch im Klangdickicht halten DEPRESSED MODE im für ihr Label typischen Doom-Nerd-Käfig zurück.

FAZIT: Nicht eingängig, nicht als Avantgardisten – einfach nur heavy und sinfonisch bringen DEPRESSED MODE ihre Missstimmung unter die Hörerschaft, welche sich deshalb mit „Ghost of Devotion“ auf eine Stimmungsplatte einlässt. Kein Spaß, keine Freude; Langeweile oder Heilung – je nach eigenem Befinden...Eine stete Entwicklung anstelle von Griffigkeit.

Punkte: 9/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 27.01.2008

Tracklist

  1. Alone
  2. So Long
  3. Words Of Silence
  4. Suffer In Darkness
  5. Ghosts Of Devotion
  6. The Sun Is Dead
  7. Fallen Angel
  8. Dunkelheit
  9. Cold

Besetzung

  • Bass

    Tomppa Turpeinen

  • Gesang

    Ossy Salonen, Natalie Koskinen

  • Gitarre

    Tomppa Turpeinen

  • Keys

    Ossy Salonen

Sonstiges

  • Label

    Firebox/Firedoom

  • Spieldauer

    51:19

  • Erscheinungsdatum

    2007

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