Die Kontroversen um DIES ATER aus Berlin scheinen sich in Luft aufgelöst zu haben. Braune Soße rühren diese Knaben sicher nicht an, und ihr Black Metal ist auch verdächtig gekonnt und viel zu gut inszeniert, um von Ideologen im Musikerkleid gemacht zu sein. Gleichfalls dienen die Bösewichte sich aber auch den gängigen Standards an, statt visionär zu sein; orthodoxer Black Metal nennt sich das ja…
Das Hemdsärmelige ihrer Texte haben DIES ATER wie viele deutsche Bands aus der zweiten Liga des Genres immer noch nicht vollends abgelegt; vollhohl wie Mystic Circle sind sie aber definitiv nicht. Was bloß auffällt ist: so derb und extrem sie auch musizieren, so ungefährlich klingen DIES ATER auch. Bei den Songs handelt es sich überwiegend um frostigen Thrash, der eigentlich auch aus Skandinavien kommen könnte, doch stimmungsmäßig will sich keine Intensität einstellen; alles wirkt wie ein Produkt, bei dem man ob der Inszenierung (Stage One Studio bürgt für feisten Sound) und knapp überdurchschnittlichen Musikalität (den Drummer will ich mal treten sehen…) anerkennend nicken kann, aber wenig fühlt.
“Odium´s Spring” wirft einige recht eingängige Stücke ab, die durchweg aggressiv den Konsens bedienen. Von Spiritualität und überraschender Kunst sind DIES ATER aber weit entfernt.
FAZIT: Pflicht ohne Kür, Hass über Gebühr. DIES ATER bedienen Klischees im Black Metal. Wer das fast zwanzig Jahre nach beginn der zweiten Welle noch gut findet ... bitte sehr!
Punkte: 7/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 02.02.2008
Torgrim
N.T., Torgrim
N.T., Ebonizer
Ole C.
Impurus
Twilight
36:16
2007