Der New Metal ist nicht mehr neu, da machen DROWNING POOL Ähnliches wie all ihre vom Kommerz verlassenen Brüder im Geiste – schon auf dem letzten Album waren sie grungiger, was wohl eher mit der businessinternen Midlifecrisis als mit dem nunmehr überstandenen Tod ihres ersten Frontmannes zusammenhängt.
Ryan McCombs bereichert die Amerikaner sicherlich mit seinem Organ; die Musik ist unterdessen nicht wirklich spannender geworden und stellt nach wie vor glatten US-Rock dar, wie man ihn zwecks Radio- und Musik-TV-Beschallung in der Heimat eben spielt – und vornehmlich dort werden DROWNING POOL wohl auch wahrgenommen werden. Nicht zuletzt die von ihrer Botschaft her grenzwertige Bestärkungshymne „Soldiers“ für die „Jungs and der Front“ unterstreicht dies: alle Songs bedienen ein ähnliches Schema, sind aber nicht zu platt arrangiert, als dass sich der Konsument musikalischen Convenience Foods zu schnell von ihnen abwenden könnte. Andererseits vermeidet man jedwedes Risiko in Form spielerischer Widerhaken und Experimente.
Wo etwa Disturbed manchmal angenehm ruppig den Metal herauskehren, bemitleiden DRWONING POOL sich selbst und verbieten sich das Solieren mit Ausnahme einiger Wabereien. Das ist nicht viel, aber hymnisch genug, um einfach gestrickte Geister bei Beschallung zu verzücken.
FAZIT: Gebrauchsgegenstand ohne höheren Anspruch, aber die Ansprüche des Gefallens breiter Massen bei gleichzeitig relativ rockiger Ausrichtung erfüllend. Stadionrock 2007 klingt fast so, wie vor 15 Jahren.
Punkte: 6/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 21.01.2008
Steve Benton
Ryan McCombs, C.J. Pierce, Steve Benton, Mike Luce
C.J. Pierce
Mike Luce
Eleven Seven/Universal
49:27
2007