Zurück

Reviews

The Roxx: Unleash Your Demon

Stil: Hardrock/Heavy Metal

Cover: The Roxx: Unleash Your Demon

Diese CD kommt im Digipak, bei dem das Booklet einfach nur so locker drin liegt - ich hasse diese Dinger! Sorry, aber das musste mal gesagt werden. Das Ärgernis hält sich dann aber doch schnell in Grenzen, denn allzu häufig wird mir das Heftchen mit den Songtexten nach der Entnahme aus dem CD-Regal wohl nicht mehr vor die Füße fallen...

Der Bio-Zettel weist darauf hin, dass THE ROXX auf eine langjährige und ereignisreiche Geschichte zurückblicken können und in den 80ern zu den schillerndsten Formationen der deutschen Heavy-Szene gezählt haben. Nun, nichts gegen eine vernünftige Portion Selbstvertrauen, aber dennoch vermute ich mal, dass es sich bei der Band trotz dieser vollmundigen Eigenbeschreibung in erster Linie um eine lokale Erscheinung gehandelt haben dürfte. Bis zu mir hat sich damals auf jeden Fall keines ihrer "legendären" Frühwerke rumgesprochen und auch beim Blick in mehrere umfangreiche Rock-Enzyklopädien findet sich kein Eintrag über das süddeutsche Quartett.

Egal, es zählt sowieso nur das Hier und Jetzt und hätte man aufgrund des Covers hinter "Unleash Your Demon" noch eine Glam oder Sleaze-Scheibe vermuten können, erwartet den Hörer trotz einiger kleiner Soundspielereien wie etwa einer Rap- und Sratcheinlage bei "Trigger" (soll witzig sein, ist es aber nicht), ein paar orientalischen Klängen oder dem alternativ-punkigen Ausflug namens "Whore" hauptsächlich die alte Heavy-Schule. Schnell aufhorchen lässt dabei die erstaunliche Ähnlichkeit von Sänger und Bandboss Billy Itch mit Rob Halford und so ist spätestens beim Refrain vom Opener "Dominator" der Gedankensprung zu JUDAS PRIEST (in deren frühen, mittelschnellen Ausrichtung) eigentlich unausweichlich, der in der Folge dann auch stets präsent bleibt. Damit wäre das Interessanteste an diesem Album leider auch fast schon genannt, denn gegen den traditionellen Sound ist zwar grundsätzlich nichts einzuwenden, aber eine gewisse Frische und eigene Note sollte er schon haben. Sobald einem klar ist, wo es bei THE ROXX langgeht, verliert der Silberling bereits nach den ersten Nummern schnell an Reiz. In den Songs passiert einfach zu wenig oder diese klingen zu abgedroschen, um dauerhaft zu gefallen, und bei den besseren Momenten wie "Springtime Indeed!" oder "R.I.P. (Rest In Pieces)" kommt einem das Meiste dann noch verdächtig bekannt vor. Eine überlange Einschlafnummer wie "Pleasure" ist der Hörfreude beispielsweise ebensowenig förderlich wie der strunzöde "Naked Song", in dem das tragende Riff bis zum Abwinken totgedudelt wird. Nachdem "Hail You (Rock ´N´ Roll)" dann fast noch unfreiwillig komisch wirkt, fällt zumindest das Ende mit dem abwechslungsreichen (und wieder sehr "priestigen") "Word Of Mouth" noch einigermaßen versöhnlich aus.

FAZIT: Ein Heavy-Rock-Album, das trotz dem Bestreben, auch andere Stilistiken mit einzubinden, über weite Strecken langweilt und mit dem es auch diesmal nicht zu einer internationalen Karriere reichen wird. Ziemlich entbehrlich.

Punkte: 6/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 01.02.2008

Tracklist

  1. Dominator
  2. Trigger
  3. R.I.P. (Rest in Pieces)
  4. Springtime Indeed!
  5. Pleasure
  6. Naked Song
  7. Whore
  8. I Believe (Some Heads Oughta Roll)
  9. Hail You (Rock ´N´ Roll)
  10. Word Of Mouth

Besetzung

  • Bass

    Martin Motnik

  • Gesang

    Billy Itch

  • Gitarre

    L.X. Gaitanides

  • Schlagzeug

    F. Sudden

Sonstiges

  • Label

    Rockville Music

  • Spieldauer

    46:28

  • Erscheinungsdatum

    2007

© Musikreviews.de