Nichts gelernt haben TWILIGHT GUARDIANS seit zuletzt. War „Sin Trade“ ein statisches Melodic-Album mit eigentlich guten Startvoraussetzungen, so ist der Nachfolger ähnlich und scheitert ebenfalls auf noch niedrigerem Niveau. Wenn hier überhaupt einmal Luft im netten Sound war, so ist sie nun entwichen.
Nicht einmal mehr das Solospiel von Gitarre und Keyboard läßt heuer mehr aufhorchen. Wo „Sin Trade“ noch instrumental halbwegs Schneid hatte und nur am zu konstruierten Arrangement und den aalglatten Vocals litt, langweilt „Ghost Reborn“ auch spielerisch. Zudem fehlen die Hooks auch im Gesangsbereich, die der Vorgänger trotz schwer verdaulicher Weichzeichnerstimme hatte. Was nunmehr übel auffällt – neben der offenbaren Einfallslosigkeit beim Komponieren – ist die Affinität von TWILIGHT GUARDIANS gegenüber poppigem Kommerz, der die AOR-Szene immer wieder versaut. Demnach von Metal zu reden ist nicht nur angesichts des lieblichen Klangbildes und der konzeptionellen Ungefährlichkeit und Unauffälligkeit problematisch.
TWILIGHT GUARDIANS sitzen nicht einmal zwischen den Stühlen Metal und Hard Rock – sie trivialisieren beiden, indem sie dem einen die Kanten gar nicht erst einwetzen und dem anderen die letzten noch nehmen. Das zeugt von Unverstand gegenüber des eigentlich doch selbst gefühlten Lieblingssounds...oder tun sie´s für Geld? Reich sind sie jedenfalls nicht geworden, und das wird mit „Ghost Reborn“ auch nicht geschehen. Wiedergeboren wird nichts, was noch nie richtig aufgelebt hat.
FAZIT: Stangenware vom Melodic-Discounter, eng Song an Song in die vorgesehenen Fächer gesteckt und zum Verramschen freigegeben – schnelles Vergessen garantiert.
Punkte: 6/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 01.02.2008
Miko Tang
Vesa Virtanen
Carl-Johan Gustafsson
Jari Pailamo
Henri Suominen
Spinefarm/Soulfood
35:16
2007