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Angel Blake: The Descended

Stil: Rockiger Metal

Cover: Angel Blake: The Descended

ANGEL BLAKE haben nach wie vor keinen Stich gegen die letzten Werke von The Crown, bei denen bekanntlich Saarenpää und Tervonen mitgemacht haben. Andererseits verbietet sich der Vergleich zwischen energischem Schroten und dem unaufgeregt groovenden Metal-Rock-Gemisch der Schweden.

Unstreitbar hat die Songwritingschmiede ihr Feuerchen noch brennen, denn was Eingängigkeit und schlüssige Komposition betrifft, müssen ANGEL BLAKE nicht zurückstecken. Leider muss man ihnen aber den Vorwurf machen, weit weniger originelle Musik zu spielen, die auch gar nicht an die Intensität des ehemaligen Beschäftigungsfeldes heranreicht. Den Formatsongs “Again” oder “Alone” (allein bereits diese Titel versprechen alles und nichts) geht jedweder Rotz ab, und zudem bleiben sie zwar fix in den Ohren, verschwinden aber schon bald wegen der fehlenden Einzigartigkeit in der Bandausrichtung in die Jagdgründe des Nichtschlechten wie Nichtherausragenden. Tobias Jansson verfügt über eine warme Stimme, die den klar nach Stückwerk tönenden Songs (bei aller Schlüssigkeit: eine verschwitzt rockende Band klingt anders) etwas Heimeligkeit verleiht, doch sollte Bandchef Tervonen ernsthaft in Erwägung ziehen, hungrige Novizen um sich zu scharen.

Christian Älvestam wirkte beim Debüt der Gruppe mit und gibt eine Steilvorlage zum Deutungsversuch der Musik von ANGEL BLAKE: So wie der Hansdampf viele Projekte unterhält, die ein gewisses Qualitätsniveau nicht unterschreiten, so verhält es sich auch mit Tervonens Ideenwelt - man hat nicht den Eindruck, dass er diese Musik aus einem inneren Drang heraus zockt, sondern nur Ideen verwertet, die zufällig diesem Klangbild entsprechen. Den Rest hat er mit der heißen Nadel krampfhaft um diese Schnipsel aufgebaut, um Alben zu füllen, die niemandem schmerzen, was im Metalbereich ja eher weniger als Kompliment aufzufassen ist. Vergleichbare Truppen wie Mustasch haben definitiv ob ihrer echten Leidenschaft für diesen Sound - bisweilen nicht ohne Melancholie - die Nasen vorn.

FAZIT: ANGEL BLAKEs neues Album ist keine verfehlte Wahl, wenn man auf rockigen Metal steht, zumal viele ähnliche Bands - etwa spätere Sentenced - bereits die Waffen gestreckt haben. Dass man sich mit den Schweden aber einen eher durchschnittlichen Vertreter ins Haus holt, sei ausdrücklich gesagt.

Punkte: 8/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 25.05.2008

Tracklist

  1. Anywhere But Here
  2. Defenseless
  3. Again
  4. When All The Lights Are Out
  5. Alone
  6. Wasn‘t Meant To Last
  7. In Silence - Augerum
  8. The Descended
  9. Silent Voice
  10. You‘ll Never Need To Feel Again

Besetzung

  • Bass

    Marko Tervonen, Marko Tervonen

  • Gesang

    Tobias Jansson

  • Gitarre

    Anders Edlund, Marko Tervonen

  • Schlagzeug

    Janne Saarenpää

Sonstiges

  • Label

    Rockiger Metal

  • Spieldauer

    46:36

  • Erscheinungsdatum

    26.05.2008

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