Schwedisch. Nein, eher skandinavisch. Oder doch eher Finnland? Schon beim ersten Röhren der Lead-Gitarren ist klar, dass hier Musik aus dem hohen Norden schallt. Ich höre IN FLAMES-artige Riffs, AMORPHIS-ähnliche Keyboard-Passagen und, nun, eine Menge Schweden eben. Auch ähnlich penetranter Einsatz von zuckersüßen Keyboard-Klängen alá CHILDREN OF BODOM ist zu vernehmen. Ohne sich anzubiedern oder zu kopieren, aber dennoch sich seiner Einflüsse bekennend. Ob nun gewollt oder nicht.
Anfangs lief ein Schauer über meinen hübschen Rücken, als Sänger Peder Sundqvist die ersten Zeilen von "Wicked Dream" zum besten gab, da seine relativ hohe Singstimme die Worte "Power Metal" in meinem Hirn aufkeimen ließ. Jedoch kann ich hier Entwarnung geben, denn mit Kastratengesang der Marke DRAGONFORCE wird der Hörer nicht gequält. Zumal Herr Sundqvist auch mit kratzigem Brüllgesang begeistert.
FAZIT: "Wicked Dream" ist kein Meilenstein, aber auch weit davon entfernt, ein schlechtes Album zu sein. Eher sehr, sehr hohe Mittelklasse. Es bietet einen hervorragenden Sänger, unterhaltsames Songwriting, klasse Riffs und ebenso gutes Schlagzeugspiel. Und einen epischen, skandinavischen Flair. Wer sich nicht vorstellen kann, wie eine sehr melodische Mischung aus IN FLAMES, AMORPHIS, CHILDREN OF BODOM und HATESPHERE klingen mag, der/die sollte zumindest die MySpace-Seite von den sechs Musikern besucht haben.
Punkte: 12/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 21.03.2008
Joakim Jonsson
Peder Sundquist
Oskar Norberg, Marcus Sundborn
Peder Sandström
Patrik Larsson
Dockyard 1
50:10
21.03.2008