Tompa Lindberg ist mit DISFEAR im eingängig rock´n´rolligen Stil angekommen und kontrastiert dadurch die blasse At-The-Gates-Nachmache unzähliger Jungspunde, aber auch die Sperrigkeit eines weiteren Projektes wie The Great Deceiver. Fragt sich nur, ob - wenn man nicht einen weiteren Swedeath-Klon braucht – es Motörhead-meets-Death´n´Roll richten kann …
“Get It Off” als Opener haut nämlich in genau diese Kerbe und stellt die Weichen für den Rest der Platte: Arschtritt, geile Leads und Rüpel-Shouts sind Komponenten, die auch in “Fiery Feather” vertreten sind, wohingegen während “Deadweight” traditionsmetallische Harmonien hinzukommen. Rhythmisch gesehen ist das Album eher statisch im obligatorischen Punk-Beat gehalten, wodurch zumindest das Energieniveau konstant hoch bleibt. Lindbergs Gesang kennt man von seinen Nachahmern, und bei DISFEAR variiert er seine Stimme nicht wirklich; dafür wurde das Hardcore-Moment drastisch zurückgefahren und ist allenfalls noch in der krachenden Produktion sowie der nonchalanten Einstellung der Band zu finden.
Um die anfängliche Frage aufzugreifen und eine Antwort zu geben: Angesichts der Hitdichte und dem feinen Zugzwang nach vorne, den die neue DISFEAR hat, kann man in der Tat von Berechtigung sprechen. Nicht dass sie sich von dahergelaufenen Schreibern vom Musizieren abhalten ließen …
FAZIT: Überraschungsarm, aber eingängig ist DISFEARs gelebter Sturm geworden. Wer auf rock´n´rolligen Death Metal mit Punkrock-Haltung steht, muss unbedingt mal an diesem Energietrunk nippen – am besten beim Opener oder „Testament“ anfangen...
Punkte: 11/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 01.02.2008
Tomas Lindberg
Relapse / Rough Trade
35:00
2008