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Dominoe: The Story is far from told…

Stil: Mainstream Muzak

Cover: Dominoe: The Story is far from told…

Irgendwo stand zu lesen, DOMINOE würden gut gemachten Mainstream Rock spielen. Handwerklich mag das „gut gemacht“ stimmen, Mainstream könnte leider ebenfalls hinhauen, aber von Rock findet sich auf „The Story is far from told…“ nur eine schwache Schleimspur. Weichgespülte Möchtegernposen, die gerne mit weiblichem Begleitgesang, Bläsern und einem Hang zu kitschigem Bombast aufgeblasen werden, bis sie, zwischen einfallslosen Refrain – Vers – Refrain – Vers Ping-Pong-Spielereien, zerplatzen wie seifige Blasen.

Eigentlich waren DOMINOE dem verdienten Vergessen anheimgefallen. Doch manchmal kommen sie wieder. Warum nur? Ende der 80er erreichte die Münchener Band kurzzeitig minimale Popularität als musikalische Begleiterscheinung eines Renault-Werbespots. Die akustische Fönwelle „Here I Am“ findet sich in neuer Bearbeitung auf dem aktuellen Album und verklebt die Gehörgänge auf die gleiche unerquickliche Weise wie bereits 20 Jahre zuvor.

Die anderen Songs sind von ähnlichem Kaliber. Mal langsamer („irresistible“), mal schneller („one more sugar“), mitunter besser („don’t touch me – i like it“, „missing you“), aber meist genau so kläglich. Allzu oft werden gelungene Ansätze wie im „song for nothing“ durch fürchterlich banale Refrains zerbombt.

Gruseliges AOR-Gemucke, produktionstechnisch zufriedenstellend, aber ohne jeden Biss und Seele. Selbst John Wetton und Bryan Adams in ihren schlechtesten Phasen (und da gab es einige) dürften die Stirn runzeln über diesen sülzigen Schmonzes, der überdies mit unglaublich seichten Lyrics nervt. Und manchmal bestätigen sich Klischees einfach: Wer mit Auftritten bei den Sat1 „Hitgiganten“(!) und im „ZDF-Fernsehgarten“(!!) wirbt, ist entweder zynisch oder so aufregend wie die Verkaufsveranstaltung am Ziel einer Butterfahrt. Zynisch sind DOMINOE nicht.

FAZIT: „The Story is far from told…” ist bestenfalls Hintergrundgeträller für die Aufzüge in der ZDF-Sendezentrale. Eingefleischte AOR-Fans können einsteigen und ein Ohr riskieren. Alle anderen nehmen begeistert die Treppe.

Punkte: 4/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 15.10.2008

Tracklist

  1. Yesterday was yesterday
  2. Don’t touch me – I like it
  3. Irresistible
  4. Missing you
  5. Song for Nothing
  6. Raining
  7. Here I am
  8. The Force
  9. Falling
  10. Down & Dirty
  11. Breakin’ Out
  12. One more Sugar
  13. Let’s talk about Life
  14. Just about my Face
  15. It’s all about Love

Besetzung

  • Bass

    Robert Papst, Christian Birawsky, Henner Malecha

  • Gesang

    Jörg Sieber, Jane Bogaert, Robert Papst, Christian Birawsky

  • Gitarre

    Jörg Sieber, Robert Papst

  • Keys

    Jörg Sieber, Robert Papst

  • Schlagzeug

    Christian Birawsky

  • Sonstiges

    Franz Weyerer, Hugo Siegmeth, Guiseppe Solera, Hans-Peter Besig

Sonstiges

  • Label

    NL

  • Spieldauer

    52:39

  • Erscheinungsdatum

    14.08.2008

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