Um russische Metalausgeburten ist es im Verhältnis zur Landesgröße eher still. Um so schöner, wenn denn mal ein Silberling auf dem Tisch landet. GRENOUER haben sich modernen Klängen verschrieben und enttäuschen gleich bei den ersten Hördurchläufen durch derbe Parallelen zu Fear Factory und Soulfly/Spät–Sepultura. Man ist zwar bemüht, einen eigenen Sound zu erschaffen und experimentiert ordentlich auf „Life Long Days“ herum, aber das Ergebnis überzeugt nicht. Wer braucht schon der x-ten modern Metal Abklatsch, der außer hausbackenen Elementen nicht viel zu bieten hat?
Zweifelsohne ist den Musikern ein gewisses Talent nicht abzusprechen und auch Songs wie „Addicted To You“ bieten durchaus Eingängigkeit und könnten das Sprungbrett für Großes sein, wenn sich die Band in punkto Innovation derart an bereits Dagewesenem orientieren würde. Life Long Days wird auf Dauer einfach eintönig, die Songs überraschen nicht und mir drängt sich die Frage auf, wer diesen New Met Klon hier wirklich braucht.
Vielseitiger Gesang, bei dem man auch nicht auf gewisse Effekthascherei verzichten kann, passt hier gut zu den harten Gitarren, die mit vielen Breaks daherkommen und mich so auch stellenweise an MESHUGGAH erinnern. Der weitflächige, sehr dominante Einsatz von Keyboardparts erinnert eher an Space-Pop-Rocker von ORGY als an irgendeine Metalkapelle.
FAZIT: Die Band bemüht sich nach Leibeskräften um Abwechslung und Anderssein – vermischt aber auch nur Elemente, die es alle schon mal gab in einem eher faden Cocktail. Die Produktion kann auf ihre druckvolle Art bei mir noch punkten, aber die derb kommerziell angelegten Pop-Metal-Songs auf hart gehen straight an mir vorbei. GRENOUER sind sicher nicht der schlechteste Russland-Import, den ich je gehört habe, aber mit „Life Long Days“ schafft man es nicht, über Mittelmaß und Durchschnitt hinauszukommen.
Punkte: 7/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 16.07.2008
Vjaceslav "Slavij"
Andrej "Ind"
Alexander "Motor", Rt
Ilja "Grave"
Locomotive
43:25
20.06.2008