Nix gelernt haben THE SCOURGER, aber wozu auch. Gerade, da Thrash wieder in aller Munde ist (gezwungenermaßen) fahren sie mit ihrem Mix aus Skandinavientod und herkömmlichem Eighties-Dreschen recht gut - komerziell gesehen, denn kreativ herrscht nach wie vor Ebbe.
Wer sich eine Mischung aus Testament und The Haunted vorstellen kann, der liegt hier weiterhin richtig. Allerdings lassen sich kaum identitätsstiftende Songs ausmachen; alles ballert energisch drauflos, das Tempo wird gerade so oft wie notwendig variiert, und nach wie vor sind THE SCOURGER in ihren Songs an sich sowie insgesamt auf Albumdistanz einfach zu lang. Mit diesen Ideen hätten Slayer dreimal die Herrschaft des Blutes verkündet… Obwohl: Nichts zeugt bei den Finnen von vergleichbarer Genialität; ihre Riffs sind abgedroschen wie ihre sporadische Melodik, und die Vocals bleiben formelhaft. Da passen die prätentiösen Songtitel ins Bild, und die entsprechenden Lyrics möchte man gar nicht lesen.
FAZIT: Wuchtig produziertes Einerlei ohne Spannung. Thrash Metal spielen THE SCOURGER, weil sie es so wollen, aber nicht aus einem inneren Drang heraus. Bitte unter “Produkt” abstellen…
Punkte: 7/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 02.03.2008
Kimmo Kammonen
Jari Hurskainen
Harry Hytönen, Antti Wirman
Seppo Tarvainen
Cyclone Empire/Soulfood
59:55
14.03.2008