Schön: Nicht auf dem Schirm, aber dafür mal eben ein Jahreshighlight im Death Metal herausgebracht. Die Dänen THORIUM pullern locker aufs kurzbehaarte Haupt ihrer überbewerteten Landsleute von Illdisposed.
Grobkoordinaten: Vader, Bolt Thrower, Gorefest und skandinavisches Allerlei - das Beste ist also gut genug, und Songs schreiben können THORIUM wie die Teufel; daß dabei noch tonnenweise feiner Melodien und Soli von Slayer bis schönklingend rumkommen, macht “Feral Creation” doppelt wertvoll auf einem hoffnungslos überfluteten Markt. Echte Wut unterscheidet Grunzer MHA zudem von seinen weniger gut artikulierenden (Texte mitlesen kaum notwendig) und aufgesetzt hassschnaubenden Kollegen. Außergewöhnliches im gewohnten Kontext ist eine weitere Devise der Band, und so hört man Drumpatterns und Solotrades wie in “Epidemic Skeleton” nicht an jeder Ecke. Immens catchy bleiben sie trotzdem, die Buben mit dem Turbonegro-Shirt, trotz überwiegend hohen Tempos, insbesondere bei “Cast From Hell” und dem Blastvieh “Sigil Of Baphomet”. Ein wütender Stampfhammer wie “Unbound” könnte durchaus in einigen Jahren als Klassiker durchgehen.
Darauf weisen auch die (augenzwinkernden?) an Bekanntes angelehnten Songtitel hin. THORIUM sind eine europäische Death-Metal-Macht, und zwar noch vor den vermeintlich großen. “Feral Creation” ist für den nicht mit der Vorgeschichte der Band vertrauten Kritiker eine faustfette Überraschung.
FAZIT: Fünf Euro ins Phrasenschwein für die Bezeichnung Killerscheibe; legt ein wenig drauf und kauft euch “Feral Creation” zur tödlichen Glückseligkeit.
Punkte: 12/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 18.03.2008
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MHA
Allan T., Marcel
Niko
Mighty Music
37:37
04.03.2008