Reinheitsgebote der Death Metal Szene scheren TO RESIST FATALITY nicht im Geringsten. Zwar machen die Deutschen nicht einen auf modern, doch blitzen zwischen den genretypischen Double-Bass-Unvermeidlichkeiten und den rasenden, brutalen, kernig inszenierten Riffs immer wieder kleinere Experimente in Form von dezent progressiven Einschüben, Sprechpassagen und … naja … doch irgendwie modernen Beats hervor (siehe „Philosophy Of Futility“).
Neben heiserem, hysterischem Kreischgesang bieten TO RESIST FATALITY nicht wenige clean gesungene Passagen, welche die teilweise etwas unvariablen Aggro-Vocals erfolgreich auflockern und so auch nach mehrfachen Hördurchläufen noch gut bei der Stange halten. Mindestens ebenso gut für die Abwechslung ist die Tatsache, dass TO RESIST FATALITY nicht durchweg auf Geschwindigkeit setzen, sondern ihren sieben Songs in langsameren, beinahe getragenen Passagen Luft zum Atmen verschaffen, was den Tracks einen epischen, hymnenhaften Charakter verleiht. Die Gitarrenarbeit ist abwechslungsreich gestaltet und schrammelt passend heavy zum krachig-natürlichen Drumsound. Spektakuläre „Show-Off“ Hornissen Soli feuern TO RESIST FATALITY nicht durch die Boxen, was dem eher warmen Grundsound des Albums auch gar nicht gut tun würde.
Aus ihrer Punkvergangenheit hat das Quintett die engagierten, sozialkritischen Texte übernommen, die – welch ein Wunder – weder dümmlich plakativ, noch aufgesetzt gestelzt rüberkommen. Für ausgelutschte Kriegsthematiken sind sich TO RESIST FATALITY angenehmerweise zu schade.
Den Albumhöhepunkt markiert der beinahe viertelstündige Abschlusstrack, der mit Walzerrhythmus und verträumter, fast schon 60er Jahre mäßiger Gitarrenmelodie beginnt, gekonnt an Dramatik zunimmt, dann in rasenden Black Metal umkippt und neben schweren Grooves und temporeichen Riffs vor allem weitspannende Gitarrenmelodien ansprechend durch die Boxen feuert.
FAZIT: TO RESIST FATALITY zeigen auf „Ianus“ klar ihr Potential. Dabei wird aber gleichzeitig klar, dass bei den fünf Herren die kreativen Kräfte noch lang nicht komplett freigesetzt wurden (man nehme den Abschlusstrack als Referenz). Freunde gleichwohl aggressiver wie auch diskret progressiv-melodischer Death Metal Kost, sollten hier probekosten.
Punkte: 9/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 10.02.2008
Maté
Andreas
Nilz, Kai
Nicolas
STF Records
45:11
18.02.2008