Eine weitere Krachboje in bereits erschöpfend erschlossenen Musikgewässern. TOXOCARA aus Holland ballern Death Metal der brutalen Schule, scheren sich einen feuchten Dreck um Melodien, zocken technisch versiert ohne jedoch nur ansatzweise in necrophagistmäßigen Frickeltod abzudriften, klingen eher amimäßig nach MALEVOLENT CREATION, legen wenig Wert auf Groove und stehen anscheinend auf eine eher saubere, klare Produktion, die nicht zu klinisch geraten ist und genügend drückt, um die acht Wutschnipsel auf „The Great Rebellious“ angemessen aggressiv in Szene zu setzen.
Als Dreingabe zu den typisch ratternden Hochgeschwindigkeitsdrums, sägenden Riffs und dem Kellergegrunze verziert das Quintett inklusive adrettem Bassfrollein ihre Wutausbrüche mit sehr (!) sparsam eingesetzten Keyboards, bedrückenden Samples und – zum Teil in Deutsch gehaltenen – Sprachsamples („U48 – Dive Of Death“).
FAZIT: Die Abwechslung bleibt auf der Strecke. Anhängern ausschließlich brutaler Kost sei mit TOXOCARA an dieser Stelle ein weiterer Vertreter einer bereits reich bestückten Szene präsentiert, der seine Sparte kompetent bedient, dabei aber keine Bäume, Eingeweide oder sonst irgendetwas ausreißt.
Punkte: 8/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 01.02.2008
Anne van Doorn
Kevin Quiligan
Martijn Moes, Vince Zwarts
Michiel van der Plicht
Twilight
37:56
2008