Gute zehn Jahre sind ANAAL NATHRAKH inzwischen im Business und schaffen es mit jedem Album aufs Neue zu verblüffen. „The Constellation Of The Black Widow” schimpft sich der neue Black-Grind-Bastard und das britische Duo fährt auch hier wieder alle Geschütze auf.
In einem wahnsinnigen Tempo bewerkstelligen die beiden Köpfe auch hier eine irrwitzige Mischung aus Black Metal, Grindcore und vielfältigen anderen Einflüssen, die man zu etwas ganz Besonderem zusammenführt. Als Paradebeispiel sei gleich der großartige Opener und Titeltrack aufgeführt, der neben bereits erwähnter stilistischer Ausrichtung auch noch einen starken, verdammt eingängigen und vor allem mit cleanem Gesang vorgetragenen Refrain aufweist – dazu kommt ein Double-Bass-Gewitter in ungestümen Tempo. Ähnliche Bespiele folgen in nicht geringer Zahl („More of Fire Than Blood“...).
Im Vergleich zum Vorgänger hat man auf „In The Constellation Of The Black Widow“ in jeder Hinsicht ordentlich zugelegt. Der Sound klingt noch brachialer, auch wenn man es beim Schlagzeug vielleicht ein wenig übertrieben hat. Dieses klingt im Gegensatz zum Rest der Mucke extrem laut und etwas übertrieben mechanisch. Die Musik selbst ist noch immer ein Wechselspiel und absolutes Endzeitkopfkino. Es ist unglaublich, welche Extreme hier miteinander verwoben werden und wie gut das ganze funktioniert.
FAZIT: ANAAL NATHRAKH sind noch nicht am Zenit ihrer Leistungsfähigkeit angelangt, schaffen es aber, mit jedem Release einen Schritt weiter nach vorn zu gehen und neue Aspekte in ihre Musik einzubauen. Der Überraschungseffekt ist zwar inzwischen kalkuliert, aber deshalb keineswegs weniger wirkungsvoll. So sei jeder Fan von extremer Musik herzlich zu einem neuen Endzeitspektakel aus dem Hause ANAAL NATHRAKH eingeladen: Scheuklappen abnehmen, laut aufdrehen und wegblasen lassen.
Punkte: 12/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 07.06.2009
Irrumator
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Candlelight
34:31
26.06.2009