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Angus Khan: Black Leather Soul

Stil: Rotz Rock

Cover: Angus Khan: Black Leather Soul

Musik zu rezensieren macht, entgegen anders lautender Gerüchte, nicht immer Spaß. Manchmal ist's richtig harte Arbeit, vor der man sich lieber drücken würde, aber -wie im richtigen Leben- die Pflichten rufen unbarmherzig. ANGUS KHANs "Black Leather Soul" ist so ein harter Brocken. Angekündigt als US-Antwort auf AC/DC, ROSE TATTOO oder ZODIAC MINDWARP & THE LOVE REACTION wird deren Debütalbum "Black Leather Soul" diesen Ansprüchen keinesfalls gerecht und entpuppt sich eher als "prolligster Schweinerock" im Stil von AMERICAN DOG und Konsorten. Aber in manchen Lebenssituationen kann ja selbst so eine Mucke Spaß bereiten... diese Momente sind -bei mir zumindest- eher rar gesät. Von daher erkläre ich mich bereits im Vorfeld für befangen.

Das Cover ist recht originell ausgefallen, denn die Bandmitglieder werden im Stil von Kinoplakaten präsentiert - ihr wisst schon: Diese Filme in denen es spätestens nach zwei Minuten den ersten Schwinger auf die Glocke gibt. Der zottelbärtige Biker auf seiner Harley Softail über einem endlosen Highway schaut auch aus, als ob er vor allem an Trouble interessiert wäre. Ist es Mr. Angus Khan? Dieser ist vielleicht der uneheliche Sohn von Shaka Khan und Angus Young, aber sicherlich nicht dieser "Hells Angels"-Verschnitt auf dem Cover. Naja, geben wir der Mucke trotzdem eine faire Chance und füttern den Player mit "Black Leather Soul"...

Gleich "Midnight Moses" knüppelt den Hörer erstmals nieder, um mit "Call Me Motherfucker" noch einen Nachschlag übelster Sorte zu gewähren. Also, ich bin sicherlich nicht prüde und in der Wortwahl manchmal ebenfalls sehr herzhaft, aber was hier von ANGUS KHAN musikalisch wie textlich zugemutet wird, ist regelrecht niveauloses Geholze. Im Gegensatz zu Bands wie AMERICAN DOG oder NASHVILLE PUSSY ist noch nicht einmal die kleinste verschmitzte Selbstironie zu vernehmen. Das wird mit "Big Balls" deutlich besser, aber -um jetzt im Bild zu bleiben- die dicken Eier von AC/DC, die die Jungs hörbar anpeilen, haben ANGUS KHAN gewiss nicht in der Hose. Trotzdem: Der Song gehört eindeutig zum Besten, was "Black Leather Soul" zu bieten hat. "Mr. Living Dead" rockt recht inspirationsfrei, doch das folgende "Scene Bitch" weiß mit griffigen Riffs zu überzeugen. "Silver And Green" lässt dann erstmals kreative Arrangements erahnen, aber die musikalische Achterbahnfahrt geht danach munter weiter. Vier Songs im rotzig-punkigen Outfit, deren Namen Schall und auch Rauch sind, senken die Qualität sofort wieder auf das Ausgangsniveau. Unterbrochen wird dieses Desaster nur von "Bop City", das ein recht ansprechendes Songwriting erkennen lässt und auch über stimmige Hooklines verfügt.

FAZIT: Mit lediglich vier annehmbaren Songs haben ANGUS KHAN mit ihrem Erstling "Black Leather Soul" das Klassenziel erstmal nicht erreicht, was sich in der Wertung widerspiegelt. Ich will nicht verleugnen, dass dieses Album AMERICAN DOG-Fans möglicherweise gefallen könnte. Aber warum sollten die sich mit einem Plagiat begnügen wollen?

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"Black Leather Soul" ist erhältlich bei www.justforkicks.de

Punkte: 4/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 03.10.2009

Tracklist

  1. Midnight Moses
  2. Call Me Motherfucker
  3. Big Balls
  4. Mr. Living Dead
  5. Scene Bitch
  6. Silver And Green
  7. On The Run
  8. Hot Pants
  9. Black Leather Soul
  10. Bop City
  11. Chainsaw Betty
  12. Exile On Mean Street

Besetzung

  • Bass

    Dino Everett

  • Gesang

    Derek 'Dirty Deed' Christensen

  • Gitarre

    Frank 'Sgt. Rock' Meyer, 'Screaming Lord' Bruce Duff

  • Keys

    Frank Meyer, Bruce Duff

  • Schlagzeug

    Andy Baker

  • Sonstiges

    Derek Christensen (Harp)

Sonstiges

  • Label

    Nickel And Dime Records

  • Spieldauer

    46:57

  • Erscheinungsdatum

    08.06.2009

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