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Anthropia: The Chain Reaction

Stil: Progressive Power Metal

Cover: Anthropia: The Chain Reaction

Fast wie ein Befreiungsschlag wirkt das zweite Album „The Chain Reaction“ des französischen Power Metal Ein-Mann-Projektes ANTHROPIA. Nicht nur, dass Mastermind Hugues Lefebvre ein eigenes Label – „Adarca Records“ – gegründet hat, sondern dass er diesmal auch von einer kompletten Band und einer Sängerin bei seinen Vorhaben unterstützt wird, scheint für den Multiinstrumentalisten und Songschreiber ungeahnte Möglichkeiten zu eröffnen.

So wurden glücklicherweise die groben Schnitzer des Erstlingswerkes „The Ereyn Chronicles“ im Allgemeinen ausgebügelt. Man hält sich immer noch an eine Konzeptvorlage, verlagert aber den Schauplatz in die nahe Zukunft. Dieses Sci-Fi-Feeling, das im Finale in einen (zum Teil recht platten) Mensch-Gott-Konflikt mündet, verleiht dem Album eine eigene Handschrift. Die Story ist bis zu einem bestimmten Punkt wirklich gut durchdacht und spannend insziniert. Ich will nicht zuviel verraten, nur, dass sich die Geschichte um eine Seele dreht, die sich dem Einfluss des Himmelreiches entzieht und damit die gesamte Menschheit in den Abgrund reißt.

Sowie die Thematik in düstere Gefilde gewandert ist, so ist auch die Musik von ANTHROPIA gereift. Die neu hinzugewonnene Power der Bandbesetzung ist schon beim Intro spürbar. Wurde man auf „The Ereyn Chronicles“ noch mit cinematisch anmutenden Streichersätzen zugekleistert, besteht der „Prologue“ auf „The Chain Reaction“ lediglich aus einem kurzen Instrumental und einer verzerrten Stimme, die im mechanischen Befehlston ankündigt: „Incarnation complete.“
Sogleich wird man in den ersten Song hineingeworfen, „A New Self“ startet mit voller Energie durch. Die Produktion ist hörbar druckvoller, weniger keyboardorientiert und mit einer stärkeren Betonung auf den Bass ausgefallen. Der progressive Power Metal mit leichtem Gothic- und Speed-Metal-Einschlag existiert immer noch und wurde auf „The Chain Reaction“ mit wuchtigen Riffs, schlüssigeren Songs und weiblicher Zweitstimme veredelt. Das Meisterstück „Whipping My Soul“, das tragische „Torn Off Wings Of A Butterfly“ und das Finale „Trinity“ sind Glanzpunkte des Albums und werden Fans von SYMPHONY X, DREAM THEATER und ICED EARTH entzückt aufjubeln lassen.

FAZIT: „The Chain Reaction“ schöpft das Potential, welches auf „The Ereyn Chronicles“ bereits zu hören war, endlich voll aus. Dank den Instrumentalisten Nathalie (v.), Yann (g.), Julien (b.) und Damien (d.) sind nicht nur Live-Auftritte möglich geworden, sondern auch ein facettenreicherer Sound und durchdachtere Arrangements. ANTHROPIA sollten ernst genommen werden, denn „The Chain Reaction“ ist ein durchweg gelungenes Progressive-Power-Metal-Album, das – abgesehen von der konfusen Story – auf jeden Fall viel Licht (und ein klein wenig Schatten) bietet.

Das Album kann u.a. mit Signatur der Band unter www.adarca.com/store für einen erschwinglichen Preis bestellt werden.

Punkte: 11/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 09.07.2009

Tracklist

  1. Incarnation (Prologue)
  2. A New Self
  3. Whipping Soul
  4. The Torn Off Wing of the Butterfly
  5. Take Me Home
  6. The Night at the Opera
  7. The Altar of Trust
  8. Those Days Are Always Rainy
  9. Trinity (The New Consensus)
  10. The Tree of Life
  11. Breeze in the Leaves (Epilogue)

Besetzung

  • Bass

    Julien Negro

  • Gesang

    Hugues Lefebvre, Nathalie Olmi

  • Gitarre

    Hugues Lefebvre, Yann Mouhad

  • Keys

    Hugues Lefebvre

  • Schlagzeug

    Damien Rainaud

Sonstiges

  • Label

    Adarca Records / Musea

  • Spieldauer

    60:19

  • Erscheinungsdatum

    16.02.2009

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