Das polnische Grindkommando ANTIGAMA holt zum nächsten Schlag aus! Wer das Schaffen der Band bisher verfolgte, solle wissen, dass ihn hier herbe Grindkost erwartet. Die Polen spielen spätestens seit ihrem Relapse-Erstling „Resonance“ in der ersten Liga und verfestigen ihre Situation mit dem neuen Output klar.
Wer meinte, Grindcore müsse eine ausgelutschte Eiterbeule sein, aus der nichts mehr herauszuholen ist der täuscht sich: ANTIGAMA machen vor, wie sich eine gelungene Synthese aus kompromisslosem Geknüppel und Abwechslungsreichtum anzuhören hat. Vielleicht gibt es für zartbesaitete Seelen hier ein wenig zu viele Stresselemente, aber genau diese sorgen dafür, dass ANTIGAMA nie in die Durchschnittssparte rutschen.
Musikalisch agieren die Herren ausschließlich im Extrembereich: tightes Riffing, Drumgewitter, das sich gewaschen hat, ein Sänger der die Extreme auslotet ohne dabei unglaubwürdig zu erscheinen (Neuzugang Patryk Zwolinski passt genauso gut ins Spektrum der Band wie sein Vorgänger.) Dazu noch eine drückende Produktion und fertig ist eine donnernde Grindplatte, die über die gesamte Spielzeit zu fesseln vermag.
FAZIT: Für Genreverhältnisse beweisen ANTIGAMA mal wieder ein gutes Gespür für einen knalligen, abwechslungsreichen Reigen. Wahrscheinlich wird man Hasser dieser Musik mit dieser äußerst gelungenen Scheibe zwar auch nicht bekehren, aber Grinder sollten hier unbedingt zuschlagen. Anspieltipps sind unnötig – hier überzeugt alles.
Punkte: 12/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 05.04.2009
Szymon Czech
Patryk Zwolinski
Sebastian Rokicki
Krzystof Bentkowski
Relapse
35:44
06.03.2009