Nachdem sich AUTUMBLAZE im Jahre 2006 auflösten und zwei Jahre später ihre Reunion bekanntgaben, erscheint 2009 nun das sechste Album der Band, das den unheilschwangeren Namen „Perdition Diaries“ trägt. An den Tagebüchern der Verdammnis wirkten die beiden Gründungsmitglieder Markus „Eldron“ Baltes und Christian „Arisjel“ Seibert mit, die zur Verstärkung Markus „Schwadorf“ Stock (EMPYRIUM, NOEKK, THE VISION BLEAK) reaktiviert haben, der bereits zwischen 2000 und 2002 Schlagzeug und Bass für AUTUMNBLAZE bediente.
Nach Ausflügen in den Alternative- und Trip Rock wendet sich die Band wieder verstärkt den härteren Klängen zu, was den „Perdition Diaries“ nicht unbedingt zugute kommt. Reichlich unspektakulär und streckenweise regelrecht langweilig kriecht der melancholische Doom Rock aus den Boxen. Die trivialen Riffs und teils arg konservativen Rhythmen ermüden schnell. Simpler Black’n’Roll und schaumgebremste Black-Metal-Rasereien lockern das Geschehen nicht auf, die scheinbar gewollt monotonen Passagen erleichtern nicht das Nachfühlen von Verzweiflung und Finsternis, sondern verleiten die Finger zum Ertasten der Skip-Taste. Was ist hier nur los? AUTUMNBLAZE waren schon mal besser und Markus Stock hat mit EMPYRIUM und NOEKK bereits großartige Musik veröffentlicht – davon ist auf den „Perdition Diaries“ leider kaum etwas zu bemerken.
Vor dem Totalabsturz wird das Album von Tracks wie „Who Are You“ bewahrt, der mit dezenter Akustik-Gitarre beginnt und vom Kontrast lebt zwischen ruhigen, beinahe geflüsterten Passagen und harten Doom-Eruptionen. „Empty House“ bietet vereinzelte, wabernde Keyboardsounds und simple Tasten-Tonfolgen, bevor Marsch-Rhythmus und Pauken eine martialische Stimmung erzeugen und eine melodisch-erhaben singende Gitarre diesen Song zu einer gelungenen Düsterballade macht. Spaß macht auch das von Piano und Flöte getragene „Ways“, das unkitschig zwischen Trauer und vager Hoffnung seine Stimmungen verströmt.
FAZIT: Tatsächlich sind es die harten Nummern, welche dieses Album in den tiefsten Durchschnitt herabziehen: Der simple Doom Rock mit Black-Metal-Anleihen ist viel zu bieder und emotionsarm, um einen traurigen Hund hinter dem Ofen hervorzulocken. Insgesamt trotz der erwähnten guten Songs sehr enttäuschend.
Punkte: 6/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 27.05.2009
Markus „Schwadorf“ Stock
Markus „Eldron“ Baltes, Christian „Arisjel“ Seibert
Markus „Eldron“ Baltes
Markus „Schwadorf“ Stock
Christian „Arisjel“ Seibert (percussion)
Prophecy Productions
40:02
12.06.2009