In Skandinavien scheinen ja die melodischen Power-Metal-Bands auf Bäumen zu wachsen. Nur klingen leider viele dieser Gruppen, die stilistisch meist ziemlich genau in der Mitte zwischen dem eher modernen Sound von etwa MASTERPLAN und der traditionellen Ausrichtung von HAMMERFALL liegen, recht ähnlich. So auch DREAMLAND, die sich mit ihrem dritten Album „Exit 49“ in eine lange Liste vergleichbarer Bands einreihen: eine moderne, kraftvolle Produktion mit fetten Riffs gegenüber eher klassischen Melodien, großen Refrains und Hooklines. BLOODBOUND etwa haben dieses Jahr mit „Tabula Rasa“ eine sehr ähnliche Richtung eingeschlagen, können jedoch mit Urban Breed einen außergewöhnlichen Frontmann vorweisen, der mit seinem Gesang und seinen markanten Melodielinien die Band aus der Masse hervorhebt. DREAMLAND verfügen mit Jake E ebenfalls über einen tollen Sänger, dessen Stimme jedoch sehr typisch für Musik dieser Machart klingt, und auch die Melodien wirken oft altbekannt.
Das heißt jedoch nicht, dass man mit „Exit 49“ keinen Spaß haben kann. Die Band macht ihre Sache sehr gut und hat einige wirklich mitreißende Kracher wie das beschwingte „So Weak So Feeble“ oder das treibende „My Sweet Revenge“ zu bieten. Hier sitzen die Hooks perfekt, aber auch beim restlichen Material konzentriert sich die Band in erster Linie auf eingängige Refrains. Zwar werden ganz vereinzelt raue Vocals eingesetzt, in „Shortest Straw“ sogar richtig aggressives Geschrei, aber die meisten Melodien weisen trotz des kraftvollen Gesangs von Jake E eher einen leichten AOR-Touch auf. Zudem haben DREAMLAND ein Faible für Schmachtfetzen und bieten mit „Worlds Apart“ und „Song For You“ gleich zwei Balladen, wie man sie eigentlich eher aus dem US-Hard-Rock der Achtziger kennt. Dabei geht man auch schon mal über die Schmalzgrenze, macht das aber wenigstens konsequent und somit authentisch.
FAZIT: DREAMLAND haben einfach das Problem, dass man mittlerweile von diesem typischen, modernen Power Metal aus Skandinavien etwas übersättigt ist und sich die Band nicht genug von anderen Vertretern dieser Stilrichtung abhebt. Trotzdem ist „Exit 49“ eine unterhaltsame Angelegenheit, was ja letztendlich entscheidend ist. Das Album enthält einige richtig starke Nummern, sowie vor allem für Freunde melodischer Klänge das ein oder andere Highlight. Deshalb reicht es gerade noch zu einer zweistelligen Bewertung.
Punkte: 10/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 04.10.2009
Mats
Jake E
Eric Rauti, Nils
Alexx
Dockyard 2
43:52
25.09.2009