Die belgische Band MOGUL spielt auf ihrem Debüt Stoner-Rock, gar nicht weit weg von ihren Label-Kollegen Glowsun, deren erster Longplayer fast zeitgleich erschien. Doch wo Glowsun mit Jam- und Space-Rock ausschweifend Gassi gehen, marschieren MOGUL stramm los und lassen Rock’n Roll, den Doors nahen Blues Rock und Grunge von der Leine. Schön zu hören bereits im zweiten Stück „Return The Blues“. Natürlich bleiben Assoziationen zu angesagten Grunge Bands der beginnenden 90er wie den Stone Temple Pilots nicht aus, aber MOGUL packen diese retrograden Momente in knackige Songs, die keineswegs überaltert wirken. Zudem verstehen es die Musiker sich zurückzunehmen, das Tempo zu drosseln und lyrischen wie schrägen Einsprengseln Platz zu lassen, bspw. im hervorragenden und mit siebeneinhalb Minuten längsten Lied des Albums „Genie 18“. Nicht alle Songs sind gleich gelungen, wie das etwas zu simple „Hold On“, dessen Mitgröhl-Refrain das Lied spätestens baden gehen lässt. Doch zum Ende hin geben MOGUL noch einmal ordentlich Gas und zeigen im abschließenden atmosphärisch-druckvollen Triptychon „Intro/All Of My Bleeding/Outro“ vor allem instrumental ihre Stärken. So vermag „Build Me A Hunchback“ bis auf kleine Ausrutscher eine satte Ladung heißes Wüstenfeuer in lethargische Winterabende zu bringen.
FAZIT: Mit „Build Me A Hunchback“ ist MOGUL ein feines Erstlingswerk geraten, dass durch die Bank Spaß macht. Die zwischen Stoner-, Blues- und Hardrock angelegten Songs sind zwar keine Meisterwerke in Innovation, doch selbst die melodisch schwächeren Stücke besitzen genügend Verve, um das insgesamt hohe Level des Albums nicht allzu weit runter zu ziehen. Da die Highlights überwiegen bleibt der steinige Genuss sowieso ohne Reue.
Punkte: 11/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 04.01.2009
Stefan Guyot, Marjo De Keukelaere (4 & 11)
Sam Dufoor
Jan Gobeyn, Win Nellen
Bert Van Thuyne
Buzzville Records
47:47
14.11.2008