Neben GOTTHARD und KROKUS hat die Schweiz einen weiteren Exportschlager in Sachen Hardrock, nur ist dieser weitaus weniger bekannt: THE FORCE. Bei einem gemeinsamen Gig der großen Drei des kleinen Alpenlandes, würde die Power von THE FORCE die Stars der anderen Bands an die Wand spielen. Ohne Major-Label im Rücken hat die multinationale Truppe allerdings einen schweren Stand.
Mit „Musica de los Muertos“ legt man nun den dritten Silberling vor und dieser ist gegenüber dem starken Vorgänger von 2007 „Voodoo Cock’s Revenge” noch einmal eine deutliche Steigerung. Die „Totenmusik“ besticht durch hochkarätiges Songmaterial und eine überaus fette Produktion. Good ol’ classic heavy rock at it’s best…
Die bewährte Besetzung mit dem singenden Briten Mark Elliott an der Gitarre, dem Schweizer Beat Schaub an Bass und Keys sowie dem Deutschen Hanns Haurein an der Schießbude legt man mit „Nightriders“ los wie die sprichwörtliche Feuerwehr. Ein Vergleich mit den US-Blues’n’Hardrockern INTERSTATE BLUES, ebenfalls ein Trio, drängt sich förmlich auf. Auch MOUNTAIN kommen einem im Folgenden immer wieder in den Sinn. Beim Blues-Rocker „Gotta go“ glänzt Mark Elliot mit einer überaus dreckigen Slide. Erster Höhepunkt ist „Lemon skies“ – ein Song der LED ZEPPELIN bestens zu Gesicht gestanden hätte. Gastsänger Gianni Pontillo von PURE INC. macht Dir hier fraglos den ROBERT PLANT. Von Southern-Rock inspiriert scheinen „Life goes on“ und „Little heart of Texas“ zu sein. Hier grinsen die alten LYNYRD SKYNYRD, nicht nur wegen des Lead-Gitarren-Duells bei „Life…“, frech um die Ecke.
Eine Power-Blues-Ballade folgt mit „Lies“, wobei Erinnerungen an „House of the rising sun“ und ERIC BURDON wach werden. Mächtig heavy kommt „Hold on“ daher – die Bässe knallen direkt in die Magengrube. Twin-Läufe à la THIN LIZZY hört man in „Times of changes“. Im Mittelteil sorgen ein bluesiger Groove und ein jazzig angehauchter Bass für Abwechslung. Bei „Sooner or later“ wird zum zweiten Mal die Handbremse gezogen und erneut eine herrlich harmonische Power-Ballade hingezaubert. „Land of confusion“ setzt einen rhythmischen Schlusspunkt – nein, eher ein Ausrufezeichen. Solchen wunderbaren Retro-Stoff wollen wir gerne öfter hören!
FAZIT: THE FORCE, dieses mächtige Power-Trio, legt mit „Musica de los Muertos“ erneut ein energiegeladenes, schnörkelloses Hardrock-Album vor. Das Song-Material, die Spielfreude, die Produktion – hier stimmt einfach alles. Wenn nun noch ein kleines bisschen mehr Eigenständigkeit hinzukäme, wäre es nahezu perfekt. Wir freuen uns auf die Live-Präsentation der Songs und werden berichten…
Punkte: 12/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 10.07.2009
Beat Schaub
Mark Elliott, Gianni Pontillo (on #4)
Mark Elliott, V.O. Pulver (2nd Solo on #5)
Beat Schaub
Hanns Haurein
Nonstop Music
57:03
26.06.2009