Konsolidierung im Hause THE GATES OF SLUMBER. Wenn die Doomster auch nicht mehr an ihr Meisterwerk "Suffer No Guilt" heranreichen, so setzen sie den Kurs der letzten Scheibe fort, weiten ihren Bekanntheitsgrad zu Recht aus und schreiben immer kompaktere Stücke, die sie gleichwohl nicht von ihrer stärksten Seite präsentieren.
Wo früher selbst Bandwurmstücke wie aus einem Guss klangen, muss man THE GATES OF SLUMBER heuer bisweilen das Plätschern im dunklen Walde sogar im Kurzformat unterstellen. Songwriter vor dem Herrn wird Karl Simon wohl nicht mehr, denn neben starken und immer wieder vom Geist der New Wave of British Heavy Metal durchwirkten Tracks wie den Rahmenstellern "Chaos Calling" und "Blood and Thunder" haben sich einige Beliebigkeiten eingeschlichen, die der schlichten Doom-Formel Rechnung tragen, aber nicht der glorreichen Vergangenheit der Truppe. Ansonsten gibt es allerdings wenige Bands, die so hart für ihren Erfolg gearbeitet haben sowie immer noch so schön organisch und unverkennbar eigen tönen. Die verdammte Seele berührt Simon jedoch nur noch gelegentlich, wo er etwa noch im neuzeitlichen Klassiker "God Wills It" durchweg für Gänsehaut gesorgt hat.
Zaghafte Neuerungen erscheinen allenfalls in Gestalt von Frauengesang (nein, natürlich nicht im Gothic-Sinn zu verstehen) und wie erwähnt durch die Kürze der Musik, in welcher eben nicht immer die Würze liegt.
FAZIT: Nur bei wenigen Bands wünscht man sich ein ausgedehnteres Format; THE GATES OF SLUMBER sind so ein Fall, aber jammern wir nicht auf hohem Niveau. Dieses Album dürfte ihre Stellung weiter ausbauen und zeigt immer noch, wer der Herr im zaghaft epischen Doom mit viel altem Metal-Spirit ist. Anchecken ist Pflicht für jeden Doom-Head, der den glattgebügelten Stil bekannter Truppen nicht verschmäht, aber auch in der kruden Ursuppe rühren möchte.
Punkte: 11/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 25.09.2009
Jason McCash
Karl Simon
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02.10.2009