Was Genrebezeichungen angeht, tut man sich bei THE PARLOR MOB schwer. Naheliegend sind jedoch Vergleiche zu THE WHITE STRIPES, WOLFMOTHER und sogar LED ZEPPELIN oder die frühen BLACK SABBATH. Was das junge Quintett aus New Jersey da in unsere Ohren zaubert, ist aber keineswegs nur ein billiger Abklatsch der oben genannten Bands. Zugegeben der Gesang klingt schon sehr nach Jack White und weist häufig starke Ähnlichkeiten zu Robert Plant auf, doch das ist auf keinen Fall ein Nachteil.
Benannt nach einer New Yorker Straßenbande des 19. Jahrhunderts klingen THE PARLOR MOB rebellisch und jugendlich.
Der Sound ist lebendig und organisch. Die Vocals und alle Instrumente klingen mächtig nach Garage und unterstreichen die deutlich zu hörende Spielfreude, die man jedem einzelnen Song auf der Scheibe anhört.
Das Album beginnt akzentuiert mit ordentlichem Rock and Roll, führt weiter durch die vor Feeling strotzende Welt des Rhythm and Blues und experimentiert mit melancholischen Country-Balladen. Der puristische Sound täuscht aber gewaltig, denn die Arrangements sind teilweise recht komplex und warten an jeder Ecke mit einer Überraschung auf. Und wer gedacht hat, „Since I’ve Been Loving You“ der ZEPs würde niemals Konkurrenz in Sachen Trauer-Blues bekommen, sollte sich mal „Tide Of Tears“ anhören.
FAZIT: Die Simplizität dieses schwer zu definierenden Genres gefällt mit Sicherheit nicht jedem. Wer allerdings nicht ganz abgeneigt ist, kann bei diesem Album garantiert zwei Dinge nicht lassen: Fühlen und Tanzen.
Für mich persönlich ist „And You Were A Crow“ nach der enttäuschenden Entwicklung der DATSUNS genau das Richtige.
Erschienen auf www.musikreviews.de am 27.04.2009
Nick Villapiano
Mark Melicia
David Rosen, Paul Ritchie
Sam Bey
Roadrunner Records
51:30
08.05.2009