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Tilt: Million Dollar Wound (EP)

Stil: leicht progressiver Rock

Cover: Tilt: Million Dollar Wound (EP)

Angenommen Derek William Dick (aka FISH) sei der Küchenchef eines Gourmet-Restaurants. Als seine Kochfertigkeiten allerdings stetig nachlassen, versammelt sich seine Küchencrew und eröffnet ohne ihn einen neuen Gastronomiebetrieb.

Da die frisch gebackenen Unternehmer sicherlich nicht von ihrem früheren Chef angeheuert worden wären, wenn nicht schon außergewöhnliche Fähigkeiten vorab vorhanden gewesen, läuft das Gasthaus vortrefflich und bietet äußerst schmackhafte Speisen an. Der Kopf und somit Schöpfer der einzelnen Menüs nennt sich Steve Vantsis, der sich für die entsprechende Würze unter anderem Paul Dourley, Holly Tomàs und Kaela Rowan an seine Seite geholt hat.
Allerdings lässt es sich kaum leugnen, an welchem Herd die neuen Restaurantinhaber zuvor ihre wichtigsten Erfahrungen gesammelt haben.

Doch nun zu den Einzelheiten der Speisekarte:
„No Superman“ heißt der Aperitif und klingt in den ersten Sekunden wie eine gute, aber nicht ernst gemeinte Parodie von AUDIOSLAVE eines nur mit einem Keyboard ausgestatteten Alleinunterhalters. Nachdem man sich aber Klarheit davon verschafft hat, dass der Sänger wirklich nicht Chris Cornell (Ex-SOUNDGARDEN, AUDIOSLAVE) ist, sondern Paul Dourley heißt, kann man sich seriös auf diese angenehme Komposition frischer und spritziger Geschmacksrichtungen einlassen.
„Long Gone“ kommt etwas ruhiger daher als der vorige Gang. Kaela Rowan bereitet die Geschmacksnerven auf die folgenden Gerichte mit einer zartschmelzenden Crèmesuppe vor, die aber ihren pikanten Charakter nicht ganz verbergen kann. Die Zeile „If I could be with you, I wouldn’t do it“ spricht für sich.
In “Gravity” darf nun Köchin Holly Tomàs zeigen, was sie kann, und verwöhnt den Gaumen des Kunden mit einem sanften Hors d’oeuvre voller Träumereien und Melancholie.
Im Hauptgang wird nun ein Sprichwort widerlegt und bewiesen, dass mehrere Köche den Brei nicht zwangsläufig versalzen. Denn – auch wenn Dourley die Richtung weist – im Hauptgericht „Answers“ mischt jeder mit, und was letztendlich am Schluss auf dem Teller landet, ist ein Endprodukt allerhöchster Güteklasse und unterschiedlicher appetitlicher Köstlichkeiten.
Abgerundet wird das ganze durch die süße Holly mit ihrem besinnlichen Dessert „Adore“, das diese kulinarische Feinschmeckerreise gelungen abschließt.

FAZIT: Auch wenn „Million Dollar Wound“ nur ein kleiner Auszug der Sortiments dieser Küche ist, kann man schon mit Überzeugung sagen, dass TILT ein Gourmetrestaurant wird. EPs bekommen hier nun ja keine Punkte, doch wenn die Qualität nach der offiziellen Eröffnung des Betriebes nicht abflacht, ist mit einer Punktzahl zu rechnen, die sich deutlich im zweistelligen Bereich befinden wird. Auch (oder gerade weil) ohne Fisch…

Erhältlich über www.justforkicks.de

Erschienen auf www.musikreviews.de am 14.10.2009

Tracklist

  1. No Superman
  2. Long Gone
  3. Gravity
  4. Answers
  5. Adore

Besetzung

  • Bass

    Steve Vantsis

  • Gesang

    Paul Dourley, Kaela Rowan, Holly Tomàs

  • Gitarre

    Robin Boult, John Wesley, Frank Usher

  • Keys

    Irvin Duguid

  • Schlagzeug

    Dave Stewart

Sonstiges

  • Label

    Eigenproduktion

  • Spieldauer

    30:02

  • Erscheinungsdatum

    05.09.2009

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