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Tracy Gang Pussy: Number 4

Stil: Sleaze Punk

Cover: Tracy Gang Pussy: Number 4

Ein Rätsel für Captcha-Fragen: das wievielte Album legt die französische Band Tracy Gang Pussy mit „Number 4“ wohl vor? Live sollen die Pussies eine Bank sein und so unwiderstehlich, dass man die hübschen Töchter der Städte, in denen sie gastieren, vor ihnen verstecken muss. Wenn das stimmen sollte, müssen die vier Bandmitglieder über unglaubliche Fähigkeiten im ideellen (oder libidinösen) Bereich verfügen, denn weder ihr Aussehen, noch ihre Musik lässt Mädchenherzen wohl im Eiltempo schmelzen.
„Number 4“ bietet eine Breitseite ordinären Punk-Rocks, ob man ihm jetzt ein Sleaze- oder was sonst noch voran setzt, ist herzlich egal. TRACY GANG PUSSY knüppeln sich uniform durch’s Repertoire. Manchmal gibt es einen Refrain oder ein paar Riffs („Miss Negativity“, „I Don't Believe In Happiness Anymore“), die haften bleiben, aber insgesamt bleibt wenig hängen, das nicht klingt wie woanders bereits x-mal gehört. Sie machen ihre Sache nicht wirklich schlecht, bleiben aber zu gleichförmig an ein und demselben Schema kleben, was zu recht fetzigen 3-4 Minuten Songs ohne großartige Höhepunkte führt. Zu den Ausnahmen gehören das Stück mit – man glaubt es kaum – Tempowechseln „I Don't Believe In Happiness Anymore“, der knallige Einstieg „I Got To Move On To Be Free“ und das mit packenden Hooklines versehene „Dreaming“.
Ansonsten: no news from the western world.

FAZIT: Der Bierdeckel, den TRACY GANG PUSSY zur CD verteilen, ist fast das Beste am ganzen Paket. Na gut, ein paar erfrischende Songs liefern die Franzosen ab, aber viel zu oft schippert der Punk-Kahn in bekannten Gewässern höhepunktlos vor sich hin. „Number 4“ zerschellt zwar nicht komplett, dafür gibt es zu viele hörenswerte Momente. Aber zwischen Schiffbruch und blauem Band ist viel Platz für Durchschnittliches. Den haben TRACY GANG PUSSY besetzt. Auch wenn einige Momente vermuten lassen, dass sie mehr können. Aber noch scheinen schlichte Songs und dumme Sprüche wichtiger zu sein, als eine innovative Performance. Und wenn der Bierdeckel auf Anti-Flag, Turbonegro und My Chemical Romance verweist, ist das Ziel zwar postuliert, aber das Erreichen desselben noch lange nicht gewährleistet.

Punkte: 8/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 31.03.2009

Tracklist

  1. I Got To Move On To Be Free
  2. No Escape
  3. Miss Negativity
  4. I Have A Wish
  5. Dreaming
  6. Wide Open To The World
  7. Let's Burn This City Down In Flames
  8. You Dragged Me Down
  9. Teenage Years
  10. Remain
  11. We're Drowning In Pavements
  12. I Don't Believe In Happiness Anymore

Besetzung

  • Bass

    8-Balled

  • Gesang

    Lucky

  • Gitarre

    Lucky, Revlon

  • Schlagzeug

    Suicide

Sonstiges

  • Label

    Apokalypse Records

  • Spieldauer

    42:59

  • Erscheinungsdatum

    27.04.2009

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