Nachdem sich TRAIL OF TEARS durch die cleanen recht eigenwilligen Gesangslinien von Kjetil Nordhus eine Art Nische im Gothic Metal erschaffen haben, kehren sie nun mit „Bloodstained Endurance“ heim: der klassische Mann-Frau-Wechselgesang wird einmal mehr intoniert und die Norweger schaffen es damit nicht, aus der breiten Masse von ähnlichen Bands hinauszuwachsen.
“Bloodstained Endurance“ ist dabei nicht wirklich schlecht – recht bodenständig aber an vielen Stellen austauschbar und ohne eigene Identität. Die Stimmgewalt von Sängerin Cathrine Paulsen überzeugt dabei nur teilweise. Sie klingt oft sehr schwachbrüstig und kann die Musik damit nur selten besonders aufwerten. Sänger Thorsen macht seinen Job dagegen auf der ganzen Platte einwandfrei - holt aber die Kohlen auch nicht aus dem Feuer. Das Songwriting ist ganz passabel, ein paar Songs gehen schnell ins Ohr, verblassen aber auch genauso schnell wieder. Herausragend und bemerkenswert ist dabei keiner der Tracks.
FAZIT: TRAIL OF TEARS haben hier einen klaren Rückschritt gemacht. „Bloodstained Endurance“ bietet zum x-ten Mal aufgekochte Gothic-Kost, die kein bisschen innoviert und die Band darf sich damit nur hinter vielen anderen im Mittelmaß einordnen. Hits sucht man vergebens und somit besticht das Album mit seiner schlichten Verzichtbarkeit. Wer sich ein eigenes Bild machen mag, sei auf die offizielle MySpace-Seite der Band verwiesen, auf der „Bloodstained Endurance“, „Once Kissed By The Serpent“ und „The Feverish Alliance“ zum freien Hören bereitstehen.
Punkte: 7/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 04.07.2009
Endre Moe
Ronny Thorsen, Cathrine Paulsen
Bjørn Erik Næss, Pål Olsen
Cato Jensen
Napalm
42:39
29.05.2009