Mit ihrem zweiten Album haben sich die britischen Jungspunde ordentlich gesteigert. Jagte man mit dem chaotischem Erstling noch durch sämtliche Extreme, versucht man inzwischen eine etwas klarere Linie zu finden und den Songs mehr Struktur zu verleihen. Extrem ist das Ergebnis auch noch immer, denn spieltechnisch fährt die Band weiterhin einen Höllenzahn was das Tempo anbelangt.
„The Great Depression“ ist ein verdammt schnelles, brutales und auch technisches Brett, das fasziniert – manchmal jedoch auch ein wenig überfordert. Highspeed-Fanatiker werden sicher ihre Freude an der Mucke haben, aber auf Dauer ähneln sich die Songs doch leider in Struktur und Gesamtbild ein wenig zu sehr, so dass auch das Extreme irgendwann nicht mehr schockt.
Knallig ist dieses Release jedoch ohne Ende: eine coole Knüppelorgie, die im Verlauf einer guten halben Stunde wie ein D-Zug durchs Wohnzimmer jagt. Leider gibt es, was die Produktion anbelangt, noch nicht das Optimum – zu dumpf und blechern klingt vor allem der Gitarrensound. Eine etwas klarere Produktion hätten die Songs sicher noch deutlich druckvoller wirken lassen.
FAZIT: Insgesamt haben TRIGGER THE BLOODSHED mit „The Great Depression“ ein solides Album abgeliefert, das mit ein paar Abstrichen gut reingeht und gehörig durchbläst. Die Band ist zwar noch lange nicht am Zenit ihres Schaffens angelangt, aber ohne Frage auf dem richtigen Wege dahin. Wer es technisch und hart mag, sollte sich auf jeden Fall an diesem Geschoss versuchen: in den Sessel lümmeln und abdröhnen. Anspieltipps: „Warbound“ oder „Dessicate Earth”.
Punkte: 9/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 19.04.2009
Dave Purnell
Jonny Burgan
Martyn Evans, Rob Purnell
Max Blunos
Rising
34:07
06.04.2009