„Bei Hochwasser bitte nicht in den Fluss pinkeln!“ - das war nach dem Genuss der Single „Heart On Fire“ mein erster Gedanke. Die Herrschaften um Sänger Jürgen Plangger, der seit 2006 bei EISBRECHER auch als Gitarrist aktiv ist, machen es einem nicht gerade leicht.
Während der Titeltrack noch ein zwar an Identitätsinsuffizienz leidendes, aber im Grunde recht hörbares Stück ist, das sich prima für den Einsatz als Elektrorock-Tanzflächenbeschallung eignet, steht einem bei „Sounds Like A Melody“ spontan der Schweiß auf der Stirn: Zu Beginn stampft das ALPHAVILLE-Cover noch recht futurepoppig und mit Alibi-Gitarren versehen durch die Transistoren, doch sobald der Gesang einsetzt, glaubt man, MODERN TALKING hätten sich zum dreihundertsiebzehnten Mal reformiert, zu viele Zillo-Sampler gehört und hätten nun ein paar Gothic-Häschen als weibliche Anhängsel. „Hey You“ ist da fast schon wieder eine akustische Wohltat, entpuppt sich nach Verarbeitung des Schocks allerdings auch nur als recht belangloser Elektro-Plastik-Gothrocker vom Discounter um die Ecke.
FAZIT: Was die Einleitung sollte? Nun, wenn der Musikmarkt schon so extrem überschwemmt wird, sollte man nicht auch noch... äh... könnte mir bitte mal jemand sagen, wie das Wetter morgen wird?
Erschienen auf www.musikreviews.de am 30.10.2010
Tobi Egger
Jürgen Plangger
Mike Hofstätter, Tony Berger, Erik Damköhler
Erik Damköhler
Korl Fuhrmann
AFM Records
11:50
05.11.2010