„Die bei Musikreviews.de haben jetzt wohl völlig einen am Sender!“ werden so einige Leser denken, denn im stilistischen Sinne ist der Elektrobastard aus Hardcore, Techno, Industrial, IDM, Noise, House, den die drei Amis hier präsentieren, nicht gerade kompatibel zu unserem regulären Programm, doch ALTER DER RUINE haben eines an sich, was man auch im gitarrenorientierten Bereich der heftigen Gangart findet: Härte, Kompromisslosigkeit und Intensität. Und so schließt sich der Kreis.
Auch wenn die zwölf Stücke an sich monoton sind und es praktisch nie einen Rhythmuswechsel gibt, so weiß das Trio mit vielen Spielereien, Details, experimentellen Sounds und dem Hang zum Wahnsinn stets eine gewisse Aufmerksamkeit aufrecht zu erhalten. Da ALTER DER RUINE nichts von Werkssounds halten und die Klänge lieber selbst austüfteln, tönen sie obendrein zu keiner Zeit austauschbar.
FAZIT: Für die technophobe und elektrohassende Klientel ist das hier Dargebotene natürlich ein Brechmittel, doch wer sich davon überzeugen möchte, dass digitales Bumm-Bumm und Utz-Utz kein seelenloser Stumpfsinn ist, sondern auch mit Köpfchen und Originalität aus den Speakern kommen kann, trifft mit diesem Album die richtige Wahl.
P.S.: Eigentlich ist „This Is Why We Can't Have Nice Things“ eine Best Of aus den bislang nur in den USA erhältlichen Vorgängerwerken, doch da dieses abwechslungsreiche Sammelsurium das weltweite Quasi-Debüt ist, erlaube ich mir, diese Veröffentlichen als reguläres Album zu behandeln.
Punkte: 10/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 18.04.2010
Hot Pokkit, T.Bahgg, Risk-E Biznez (alles)
ProNoize
54:19
01.04.2010