ARMORTICURE aus Bayern haben mal als Black Metal-Band angefangen. Davon ist auf dem vorliegenden Album nichts mehr zu hören. Vielmehr widmet man sich nun dem Gothic Rock an der Grenze zum Gothic Metal und geht dabei insgesamt sehr reduziert zu Werke. Meist beginnen die Songs mit Akkustik-Gitarren und tiefem Klar-Gesang, der sich ein bisschen wie die Light-Version von Peter Steel anhört. Dazu kommt der zunächst dezente Einsatz der Rhythmusfraktion. Spätestens beim Refrain gesellen sich dann auch verzerrte Gitarren dazu, die aber mit eher simplen und wenig innovativen Riffs keine Begeisterungsstürme auslösen. Hie und da gesellen sich manchmal etwas billig quäkende Keyboards dazu.
Neben dem gleichförmigen Songaufbau ist das Hauptmanko an „A Bleeding Soul In A Dying World” der Mangel an wirklich zünden Ideen. Außer dem gelungenen Opener „69 Eyes“ sowie dem PARADISE LOST-artigen „Tonight“ und dem deutlich an TYPE O NEGATIVE angelehnten „When I´m gone“ bleiben zu wenig Melodien wirklich im Ohr hängen. Die restlichen Songs klingen zwar durchaus gefällig, aber letztlich identitätslos. Alleinstellungsmerkmale sucht man im Soundgefüge von AMORTICURE zudem weitgehend vergeblich. Den Sound und die Qualität der musikalischen Darbietung könnte man mit "sachdienlich und kompetent" gut beschreiben.
FAZIT: Im Endeffekt ist „A Bleeding Soul In A Dying World” nur ein weiteres Gothic Rock Album, das sich weder durch Originalität, noch durch herausragendes Songwriting wirklich von der zahlreichen Konkurrenz abheben kann. Da aber auch ein paar durchaus hörenswerte Songs geboten werden, könnte das Antesten für Genre-Liebhaber trotzdem interessant sein.
Punkte: 8/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 04.09.2010
Matthias Müller
Johannes Wenisch
Thomas Falk
Danse Macabre
35:32
06.08.2010