Stoner Doom ohne Vocals? Die spontane Idee des Berliner Quartetts, ihr Material nach dem Ausstieg des Sängers einfach instrumental zu präsentieren, klingt für dieses Genre im ersten Moment etwas befremdlich.
Dennoch liefert die 2004 gegründete Truppe 2010 ihre zweite EP, weiterhin in Eigenproduktion auf den Markt geschmissen, ab. Fünf Tracks lang versucht „The Old Bordello On The Hill Of Sold Souls“ den Hörer in seinen Bann zu ziehen.
Das seltsam anmutende Projekt scheint auf den ersten Blick tatsächlich fehlzuschlagen, denn die Scheibe plätschert trotz nettem Titel eine knappe halbe Stunde lustlos vor sich hin und geht ohne wirkliche Höhepunkte zu Ende. Zwar präsentieren ANDROID EMPIRE einen kreativen Mix aus akustischen Passagen und derben Riff-Progressionen, mal technisch anspruchsvollen Arpeggien und Lead/Rhythm-Arrangements, mal geradlinigen Stakkato-Kreationen, doch letztendlich bleibt das Gesamtkonzept zuerst undurchsichtig und wird zum Ende hin zunehmend anstrengend.
Hat man sich das Werk jedoch einige Male zu Gemüte geführt, zeigt sich, dass in „The Old Bordello On The Hill Of Sold Souls“ doch so einiges steckt. Hat man erst begriffen, was ANDROID EMPIRE mit ihrem durchaus proggressiv anmutenden Stil rüberbringen wollen und weiß, wie ihre Musik abläuft, finden sich in nur 5 Songs zahlreiche Riffs, die ins Ohr gehen und auch nicht wieder verschwinden.
FAZIT: ANDROID EMPIRE haben einen sehr gewöhnungsbedürftigen Stil, der es erfordert, sich intensiv mit ihrem Material zu beschäftigen. Nimmt man diese Mühe jedoch auf sich, wird man mit anspruchsvollem Stoner Doom belohnt, von dem man sich kaum noch loszureißen vermag.
<span style="font-style: italic;">Sebastian Schack</span>
Punkte: 11/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 10.11.2010
Detmar Hess
Oliver Bojoski, Martin Fischer
Tobias Engel
Eigenproduktion
28:44
14.06.2010