Beim ersten Blick ins Booklet dachte ich ja zuerst: „Huch, machen Chris Pohl und Paris Hilton jetzt gemeinsame Sache?“ - aber so schlimm ist „Ancient Delirium“ dann doch nicht. Nun ja, sehen wir es als einen kleinen Unfall in der Maske...
Für das neueste Werk, welches in Carol Tatums Diskographie stilistisch neue Wege beschreitet, hat sich die Multiinstrumentalistin den SERAPHIM SHOCK-Frontmann Charles Edward ins Boot geholt, und im Grunde ist der abwechslungsreiche Bastard aus New Age, Folk, orientalischer Musik, Metal, Rock, Gothic und fast ENIGMAesker Meditationsmusik äußerst variabel, einfallsreich und professionell ausgefallen und ist kompositorisch in sich schlüssig. Besonders Edwards Stimme bereichert die mystische, stimmungsvolle Musik nicht unerheblich.
Doch leider schleichen sich immer wieder arg schwülstige Passagen sein, und auch bei der Wahl der Produktion hat es das Projekt zu gut gemeint, denn es wurde dermaßen viel Hall auf alles gelegt, dass die Instrumente und die Gesänge stellenweise absolut unnatürlich klingen. Ebenso haben die eingestreuten Dance-Elemente etwas Billiges an sich, ähnlich wie die Gitarrenriffs, die selbst für RAMMSTEIN-Verhältnisse Bodensatz sind.
FAZIT: Wäre „Ancient Delirium“ nicht so klischeetriefend und überladen umgesetzt worden, hätte diese Scheibe durchaus Chancen gehabt, nicht mit stirnrunzelnder Miene zu den anderen Staubfängern der CD-Sammlung gesteckt zu werden.
Punkte: 7/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 19.04.2010
Charles Edward, Carol Tatum, Christina Linhardt, Tal-B, Sangeetha Rao)
Carol Tatum, Gary Myrick
Jeremiah Soto, Florian Ammon
Cathy Biagini (Cello), Eric Gofrain (Geige), Susan Craig Winsberg (Altflöte), Tom Boyd (Oboe)
Accession Records
49:57
02.10.2009