ARRANGED CHAOS ist ein 2007 gegründetes Quintett aus Leipzig und die Burschen, die hier die Instrumente malträtieren, sind alle zwischen 20 und 22 Jahre alt. Ihre pubertäre Freizeit haben die Jungs offenbar mit dem Erlernen ihrer Gerätschaften verbracht, denn was auf dem Debüt "As Time Goes By..." handwerklich geboten wird, ist nicht von schlechten Eltern.
Mit ihrem zeitgemäßen Gebräu aus Death Metal, Hardcore und Grindcore sind ARRANGED CHAOS selbst im nationalen Vergleich nur eine Band von vielen, aber sich nicht die schlechteste von denen. Mit einem hohen Energielevel prügelt man sich durch die Songs des Albums und verzichtet darauf, Riffs von SLAYER oder aus der Göteborg-Schule wiederzukäuen. Die Gitarren sind stattdessen ordentlich tief gestimmt und hauen recht brutale Akkordfolgen heraus und auch so mancher Breakdown bollert heftig aus den Boxen. Die Band gibt sich hörbar Mühe, nicht zu poliert, zu glatt und zu brav zu klingen, sondern widmet sich fies-dreckigem Geriffe. Sänger Felix Kießig steuert ebenfalls eine brutale Performance bei. Gebrüll, Gegurgel, Gegrunze und (recht mittelmäßiger) Klargesang finden sich in seinem Repertoire und das passt meist auch gut zur derben Mucke.
Da man nicht allzuviel Wert auf Ohrwurm-Melodien legt, haben die Songs nicht unbedingt hohen Wiedererkennungswert, lediglich im Intro, den Zwischenspielen und maßvoll eingestreuten sanfteren Passagen legt man harmonischere Ruhepausen ein, was dem Album gut tut, das Geholze würde ansonsten vielleicht eintöniger erscheinen. Die Produktion ist erfreulicherweise nicht zu steril geraten, so dass der Metal-Faktor bei ARRANGED CHAOS letztlich recht hoch ist.
FAZIT: ARRANGED CHAOS liefern mit "As Time Goes By..." ein überaus ordentliches Debüt ab, das mehr Metal als Core ist und sich hinter manch etablierterem Act nicht verstecken muss. Trotzdem bleibt abzuwarten, ob die Leipziger sich im völlig übersättigten Markt damit durchsetzen können.
Punkte: 9/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 17.10.2010
Johannes Richter
Felix Kießig
Claudius Herbst, Philipp Küffner
Patrick Küffner
Apollon/Painkiller Records
35:40
09.07.2010