“Heat Of The Moment” war 1982 wohl der größte Erfolg von ASIA. Damals eine so genannte Super-Group, die sich aus Mitgliedern mehrerer renomierter Bands zusammensetzte, in diesem Fall YES, ELP, KING CRIMSON und BUDGIE. Mit dem höchst komplexen und anspruchsvollen Schaffen der Stammformationen hatte die Musik von ASIA allerdings wenig gemein. Vielmehr wurden mit stark Keyboard-lastigen, eingängigen, vergleichsweise simplen, und vor allem Radio-kompatiblen Songs mit sehr positiven Texten die Charts anvisiert, was mit den ersten beiden Alben auch sehr erfolgreich gelang. Mit den Aufnahmen zum dritten Album brach die ursprüngliche Besetzung dann aber auseinander und es sollte 23 Jahre dauern, bis man sich 2006 wieder im Original Line up zusammenfand und 2008 mit „Phoenix“ ein neues Album veröffentlichte.
„Omega“ ist nun das zweite Werk der Reunion-Phase und setzt die vor bald 30 Jahren eingeschlagene Linie konsequent fort. Stark in den 80ern verwurzelte Rock-Songs, an denen die vergangenen drei Jahrzehnte aber trotzdem nicht spurlos vorbei gegangen sind, mit teils recht deutlicher Pop-Schlagseite, die von grandiosen Musikern inszeniert werden. Insbesondere Gitarrist Steve Howe ist halt schon einer der ganz großen seiner Zunft, was er bei seinen kurzen Solo-Ausflügen auch auf „Omega“ immer wieder unter Beweis stellt. Sofern man mit Musik dieser Art etwas anfangen kann, finden sich unter den zwölf Songs (inklusive des popigen aber recht guten Bonus-Songs „Emily“, der aber lediglich auf der Erstpressung der Ltd. Enthalten sein wird) etliche Treffer. Insbesondere die etwas härteren Vertreter wie „Finger On The Trigger“ und „Holy War“ (absolutes Album-Highlight) wissen durch tolle Melodien zu begeistern. Von den zahlreichen getrageneren Beiträgen stechen vor allem „Through My Veins“, „Ever Yours“ und „There Was A Time“ positiv heraus.
Hie und da wird es aber dann für meinen Geschmack auch schon mal arg seicht („End Of The World“, "Don´t Wanna Loose You"), bzw. zu sehr auf Mitsing-Kompatibilität getrimmt („Listen Children“), während der Rest der Songs irgendwo zwischen diesen beiden Polen angesiedelt ist. Auch die betont positiven Textaussagen sind mir bei einigen Songs („I believe“) etwas zu dick aufgetragen, was aber sicher in den Bereich Geschmackssache fällt.
FAZIT: Wer die alten ASIA mochte, wird auch vom aktuellen Album nicht enttäuscht sein, wenn auch die Hit- und Qualitätsdichte früherer Tage vielleicht nicht ganz erreicht wird.
Punkte: 8/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 19.04.2010
John Wetton
John Wetton
Steve Howe
Geoff Downes
Carl Palmer
Frontier Records
61:21
23.04.2010