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Aspera: Ripples

Stil: Melodic Progressive Metal / Melodic Rock

Cover: Aspera: Ripples

Jungspunde im Rock und Metal sind ja seit einiger Zeit irgendwie „in“. Erinnert sich noch wer an die Maiden-Kinder-Kopie STURM UND DRANG, die ihr „Rock 'n Roll Children“-Album irgendwann 2008 auf den Markt brachten und als Vorband von APOCALYPTICA durch die Lande getrampt sind? Im Rock-Sektor möchte man den Namen eines asiatischen Hotels lieber nicht in den Mund nehmen, während die KILLERPILZE kommerziell gesehen echte Durchstarter sind. Und wer jetzt zum nächsten Review klicken möchte: Nicht zu voreilig! ASPERA aus Norwegen sind zwar ebenfalls kaum dem Kindesalter entwachsen (zur Zeit der Aufnahme war das Quintett zwischen 18 und 19 Jahren alt), doch was ASPERA auf ihrem Debüt abliefern, das ist beinahe schon erschreckend erwachsen! Was die Findung eines ureigenen Stils angeht vielleicht noch nicht, zumindest aber in Sachen Songwriting, spieltechnisches Können und Melodiegespür können ASPERA mehr als nur wenigen Konkurrenten, die seit 10 Jahren oder länger im Geschäft sind, das Wasser reichen.

APSERA spielen auf „Ripples“ melodischen Metal mit mehr oder minder starker Prog-Schlagseite. Treibende Riffs, atmosphärisches Keyboard-Beiwerk, das die zehn Kompositionen niemals zukleistert charakterisieren dieses Debüt. Der kräftige Gesang, der in den hardrockigen Momenten vielleicht zu sehr an Bon Jovi erinnert, kann sowohl solo, als auch im Chor ordentlich punkten. Angeproggte Gitarren-Stakkati, fette Power-Riffs und melodische Soli bieten alles, was der Genrecocktail aus vereinfachten DREAM THEATER, PAGAN’S MIND und diversen Melodic-Metal-Kapellen zu bieten hat.

Hin und wieder wünscht man sich, dass die Bands etwas mehr aus ihren Genrekonventionen ausbräche, wie z.B. bei den dezenten Post-Metal-Anleihen am Anfang von „Catatonic Coma“, das nach kurzer Zeit dann doch wieder in gewohnten Melodic-Bahnen verläuft, die tribalartigen Drums von „Traces Inside“ oder das doomig-schleppende im Mittelteil von „The Purpose“. Die Akustik/Piano-Nummer „Reflections“ hingegen kann man getrost als schlüpferstürmenden Mittel zum Zweck abtun. Gute Balladen zu schreiben ist beinahe schon eine größere Kunst, als die Metal-Keule großartig kreisen zu lassen.

FAZIT: Wenn auch das eigene Gesicht hinter der Maske der Vorbilder noch nicht recht herausschauen möchte: ASPERA legen ein durchweg gutklassiges Melodic-Album vor, das mit progressivem Einschlag auch Verächter allzu gradliniger Kost aufhorchen lässt. Wenn diese fünf Jungspunde weiterhin einer so steilen Lernkurve folgen, dann darf man von diesen Norwegern noch einiges erwarten.

Punkte: 9/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 09.01.2010

Tracklist

  1. Intro
  2. Ripples
  3. Do I Dare?
  4. Remorse
  5. Between Black & White
  6. Catatonic Coma
  7. Torn Apart
  8. Traces Inside
  9. Reflections
  10. The Purpose

Besetzung

  • Bass

    Rein T. Blomquist

  • Gesang

    Atle Pettersen

  • Gitarre

    Robin Ognedal

  • Keys

    Nickolas Main Henriksen

  • Schlagzeug

    Joachim Strøm Ekelund

Sonstiges

  • Label

    InsideOut

  • Spieldauer

    54:41

  • Erscheinungsdatum

    25.01.2010

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