So ziemlich genau ein Querschnitt zwischen dem eher moderneren 2008er Debüt „Hunt For Glory“ und der nachgeschobenen, Old School-EBM-orientierten EP „re:lectro“ ist die neueste Jumboportion der drei Schweden. Ansonsten hat sich nicht viel im Hause AUTODAFEH verändert.
Überwiegend im strammen Viervierteltakt stampfen die Songs stoisch und zielstrebig in Richtung Ziellinie, wobei natürlich der Spirit legendärer Genreveteranen wie NITZER EBB, FRONT 242, POUPPÉE FABRIKK oder auch DAF allgegenwärtig ist. Keine Frage, Mika, Jeppe und Anders schreiben durch die Bank richtig feine Songs und überraschen auch mit einigen ungewöhnlichen Ideen, doch so langsam sollten sich die Skandinavier einen etwas individuelleren Anstrich verpassen, um zu vermeiden, dass ihnen die kreative Luft in diesem eng gesteckten Sektor ausgeht. Ansonsten heißt es nämlich gemäß des Albumtitels: Identity unknown.
FAZIT: Möchte man seine EBM-Sammlung um die Veröffentlichungen einer richtig guten, aufstrebenden, neuen Kapelle aufstocken, gehören AUTODAFEH zur ersten Wahl, doch das Trio muss eben aufpassen, dass solch coole Gastauftritte wie die von LEÆTHER STRIPs Claus Larsen, FRONT 242s Daniel B., HARDWIREs Xion Austin und Evil. E in Zukunft nicht mehr etwa Zuckerl zu einem ohnehin starken Album sein werden, sondern stattdessen als das Übertünchen mangelnder Ideen ausgelegt werden könnte. Noch sind die drei dort aber zum Glück nicht angelangt. Darauf anlegen sollten sie es eben auch nicht gerade...
Punkte: 10/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 09.03.2010
Mika
Anders
Jeppe
Sigmedia
49:51
26.02.2010