Dieses Münsteraner Quartett gibt vor, durch seine „ethnischen Einflüsse, unter anderem aus Chile, Russland, Irland und Deutschland“, deutlich aus der Death-/Metalcore-Einheitsplörre herauszuragen. Nur frage ich mich, wieso DISPOSED TO MIRTH diese Elemente vor den Aufnahmen im Garten vergraben, unterm Sofa versteckt oder bei eBay versteigert haben.
Ein Großteil auf „The Value Of Diamonds“ ist leider genau die Standardkost geworden, die die vier offensichtlich ja eigentlich üüüberhaupt nicht fabrizieren wollten. Gewöhnliches, wenn auch imposantes Gefrickel, Geblaste, uninspirierte Breaks, vorhersehbare Lowspeed-Grooves, die genreüblichen Extremvocals, fertig – und das vier mal hintereinander. Ideenreichtum hört sich anders an. Tja, normalerweise sind solch kurze Rezensionen eher nicht meine Art, doch leider gibt es zu dieser EP, die sich bestenfalls vom Artwork her untypisch zeigt, nichts weiter zu sagen, außer vielleicht, dass man fünf der knapp zweiundzwanzig Minuten Spielzeit nicht mal so recht mitzählen kann, weil es sich bei „emocleW“ lediglich um ein überflüssiges Intro handelt, das hinter „Sex Sober“ noch einmal nach einer langen Pause rückwärts abgespielt als Hidden Track vertreten ist.
FAZIT: Öde und äußerst unergiebig.
Erschienen auf www.musikreviews.de am 20.08.2010
Mario Metzler
Matthias Whelan
Vladimir Dontchenko
Fabio Hankamp
Noizgate Records
21:49
03.09.2010