DREAD THE FORSAKEN ist die erste Band aus Guatemala, die mir zu Ohren kommt, weshalb man geneigt ist, einen Exotenbonus zu vergeben. "Unbound" ist das Debütalbum dieser Band, die mit Gordon Tittsworth einen amerikanischen Sänger in ihren Reihen hat, Insidern könnte er als Frontmann der Progressive Metaller IMAGES OF EDEN bekannt sein. Glaubt man dem Infozettel der Plattenfirma, hat man es hier mit progressiven Sounds zu tun, bei denen Power Metal, Hardcore und Heavy Metal vermengt werden, als Zielgruppe hat man sich die Fans von DISTURBED, MUDVAYNE, IRON MAIDEN, ANTHRAX und GODSMACK ausgedacht.
Im Hinblick auf seine wirtschaftliche, soziale und politische Entwicklung fällt Guatemala unter die Kategorie Entwicklungsland und man muss festellen, dass das auch für die musikalische Güte von DREAD THE FORSAKEN gilt. Rein stilistisch agiert man irgendwo im Niemandsland zwischen Power Metal und Thrash Metal, allerdings lässt die Umsetzung mehr als nur zu wünschen übrig. Die Gitarre hat nicht mehr als Discount-Schrammelriffs und ab und zu mal ein passables Lead zu bieten und das Anfängerdrumming ist auch nicht sonderlich dazu geeignet, der Musik den nötigen Punch zu verleihen. So klingt "Unbound" völlig drucklos, dünn und unaggressiv und auch der Versuch, dem Ganzen einen modernen Anstrich zu geben, schlägt völlig fehl.
Am wenigsten mies zieht sich noch Sänger Gordon aus der Affäre, wobei auch er nicht über recht mageren 08/15-Metalgesang hinaus kommt, die hin und wieder eingefügten Sprechgesangs-Passagen sind ebenfalls kläglich. Die instrumentalen Missstände werden auch nicht mit den Songs selber behoben, das Songwriting ist komplett einfältig, die Arrangements sind holprig und unausgegoren und mit einfachsten Melodien lockt man auch niemanden hinterm Ofen hervor.
FAZIT: DREAD THE FORSAKEN werden internationalen Standards mit ihrem ersten Album in keinster Weise gerecht und haben noch sehr, sehr viel Luft nach oben. Und mit solchen Releases tut sich eine Firma wie Nightmare Records keinen Gefallen, im Gegenteil.
Punkte: 5/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 13.12.2010
Mako
Gordon Tittsworth
Mauricio Liborio
Vinnie Perez
Gordon Tittsworth (Klavier)
Nightmare Records
33:06
23.11.2010