Was muss man eigentlich für eine gottverreckte Scheiße im Leben durchgemacht haben, um so verdammt angekratzt, negativ und garstig zu klingen? Diese Frage stellte ich mir nach den knapp 32 Minuten von „Whoneedsyou“, dem Debüt der Hamburger Formation GREY. Grau. Ja. Ein Leben in Grautönen könnte der Schlüssel zu diesen Eruptionen sein.
Richtig dreckiger Sludge prallt auf heftigste Math-Ausbrüche. Überschäumende Hardcore-Wut und massive, moderne Metal-Grooves ebnen das Schlachtfeld. EYEHATEGOD kopulieren mit völlig fertigen MESHUGGAH. THE DILLINGER ESCAPE PLAN besorgen es CROWBAR zu deren brutalsten Zeiten. EMM URE laden CONVERGE ein und nehmen gemeinsam zu viele Drogen. ISIS werden zu Cholerikern. Ich weiß, was soll das Namedropping und so weiter. Aber letztendlich sind diese Vergleiche nichts weiter als Erklärungsversuche für das eigenwillige, vor Intensität zerberstende, mörderisch heavy in den Magen tretende Langeisen, das den internationalen Markt zu keiner Sekunde zu scheuen braucht.
FAZIT: „Whoneedsyou“ verprügelt dich, täuscht Hiebe an und trifft dich dort, wo du es nicht erwartest, gibt dir keine Chance zum Luftholen, sodass du gar nicht anders kannst, als nach der letzten Sekunde dieser Scheibe da zu liegen, als hätte dich eine Horde Mammuts überrannt – und du hast es auch noch überlebt...
Punkte: 11/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 27.08.2010
Marco Czakowski
Jakub Murawski, Rene Pablotzki
Jörg Wöckener
Rene Pablotzki
Bastardized Recordings
31:51
20.08.2010