MONGO NINJA sind wahrscheinlich Norwegens fleißigste Asis, zumindest lassen drei LPs in 1,5 Jahren doch vermuten, dass der Alkohol- und Drogenkonsum deutlich niedriger als vorgegeben sein wird. Für die absolute Street-Credibility hat man Bård G. Eithun dabei, dem einen oder anderen sicher besser als "Faust” bekannt, ja genau, dem Homosexuellenmörder, der früher bei EMPEROR trommelte und zwischenzeitlich nationalistische Scheiße propagierte, in den letzten Jahren aber scheinbar die Kurve gekriegt hat. Für diejenigen, die diese Tatsache als Knock-Out-Kriterium ansehen, ist dieses Review hiermit zu Ende, alle anderen dürfen weiterlesen.
Wer nun denkt, dass drei Alben in so kurzer Zeit nicht für filigranes, komplexes Songwriting sprechen, hat natürlich Recht. MONGO NINJA kommen aus dem Bauch heraus, der Kopf wird allenfalls für die politisch hochgradig unkorrekten aber mit einem gewissen Witz versehenen Texte eingeschaltet. Da „Witz“ eine sehr persönliche Angelegenheit ist, werden viele hier auch die Flaggen mit „Primitiv“, „Sexistisch“ und „Asozial“ schwenken, was durchaus nachzuvollziehen ist. Wer wie meine Wenigkeit auch mal Holzhammer-Humor schätzt, den erwartet eine Scheibe mit rohem, aber melodischem Punkrock und leichten Thrash-Metal-Anteilen, ein Haufen fieser Ohrwürmer zwischen TURBONEGRO/A und POISON IDEA mit einer Prise MOTÖRHEAD abgerundet und letztendlich eine Band mit ordentlich Drive, die ihren Job als Unterhalter gut macht. OK, vielleicht nicht als Unterhalter auf Papas 50. Geburtstag, sondern als Unterhalter in einer schmuddeligen Bar voller Punks und Metalsheads. Da dürfte dann der Schweiß aber von der Deckte tropfen.
FAZIT: Wer auf eine Mischung aus Punkrock und Thrash-Metal mit gewollt hohem Asi-Faktor steht, dem seien die Neanderthaler MONGO NINJA wärmstens ans Herz gelegt. Schlechter Humor, Bier, Whiskey und andere Drogen sind zwar nicht wirklich zu empfehlen, erleichtern aber sicher das Verständnis für diese Norweger, bei denen „A Slow Death“ sich pausenlos nach „Oslo Death“ anhört. Schon irgendwie ulkig.
Punkte: 10/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 20.11.2010
Mads
Kristopher Schau
Dor, Peter Michael Kolstad Vegem
Bård G. Eithun
Indie Recordings
37:54
08.11.2010