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Swallow The Sun: New Moon

Stil: Dark-Doom-Metal

Cover: Swallow The Sun: New Moon

Nach drei Full-Length-Scheiben und einer überlangen EP braucht es wohl nicht mehr allzu vieler Worte, um SWALLOW THE SUN und die musikalische Qualität, die man von den Jungs aus dem schönen Jyväskylä erwarten kann, vorzustellen.

Album Nummer vier der Finnen hört auf den Namen „New Moon“ und bringt wieder jede Menge dunkel-schöner Depri-Mucke mit sich. Es bildet den Abschluss eines dreiteiligen Zyklus über die wohl hartnäckigste aller menschlichen Regungen – die Hoffnung – welche ja bekanntlich langsam und vor allem immer zuletzt stirbt. Gab es auf „Hope“ wenigstens noch ein Funken davon zu erahnen, führte „Plague of Butteflies“ hin zu Isolation und völliger Selbstaufgabe. „New Moon“ beschreibt nun, wie sich ein ursprünglich positives Gefühl schlussendlich in etwas Dunkles und Böses verkehrt. Künstlerisch betrachtet waren und sind SWALLOW THE SUN sehr wohl Kinder von Traurigkeit und so kredenzen uns die Herren ein weiteres Mal acht Songs voller 'gloom, beauty and despair'.

Den finsteren Reigen eröffnet 'These Woods Breathe Evil' – ein wahrlich gelungener Opener, der viel dunkle Energie freigibt, die sich insbesondere über Mikko Kotamäkis Stimme entlädt. Das anschließende 'Falling World' könnte STS-typischer nicht sein. Die beinah schon kitschig anmutende Chorus-Melodie brennt sich bereits nach dem erstem Hören fies ins Gedächtnis ein. Ganz ähnlich ergeht es einem beim Titeltrack, der gar leichte Katatonia-Anleihen aufweist. Überraschungsmomente bietet vor allem der dritte Teil der „Horror“-Reihe 'Lights On The Lake' mit seiner Mischung aus Zerbrechlichkeit, Aggression und Schwermut. Fragiler Frauengesang trifft auf schweren Doom und furiosen Black Metal. Und ja – das funktioniert! Gut sogar... Das finale 'Weight Of The Dead' wirft dann in seinen neun Minuten nochmal alles in die Waagschale – bildet quasi die Quintessenz dessen, wofür dieses Album, wofür SWALLOW THE SUN stehen. Da „New Moon“ keine qualitativen Aussetzer besitzt, könnte hier im Prinzip jeder der acht Titel als Anspieltipp genannt werden. Alle tragen eindeutig die Handschrift von Songwriter Juha Raivio, ohne sich jedoch selbst zu kopieren. Er schafft es, dass jedes Album musikalisch für sich steht, ohne den SWALLOW THE SUN-Sound dafür ständig neu definieren zu müssen.

FAZIT: Die Strukturen wechseln stetig, das Tempo variiert, der Gesang ebenso wandelbar - und trotzdem transportiert jeder Track auf „New Moon“ diese omnipräsente, für SWALLOW THE SUN so typische, melancholisch-depressive Grundstimmung. In Sachen Songwriting hat Gitarrist Juha wieder einmal ein goldenes Händchen bewiesen und mit seinen Bandkollegen gekonnt umgesetzt. „New Moon“ projiziert im Kopf düstere Bilder von verzweifelten Charakteren, gepeinigten Seelen, zerstörten Existenzen... Gelungenes Kopfkino mit dem dazugehörigen Soundtrack!

Punkte: 14/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 18.01.2010

Tracklist

  1. These Woods Breathe Evil
  2. Falling World
  3. Sleepless Swans
  4. ...And Heavens Cried Blood
  5. Lights On The Lake (Horror Pt. III)
  6. New Moon
  7. Servant Of Sorrow
  8. Weight Of The Dead

Besetzung

  • Bass

    Matti Honkonen

  • Gesang

    Mikko Kotamäki

  • Gitarre

    Juha Raivio, Markus Jämsen

  • Keys

    Aleksi Munter

  • Schlagzeug

    Kai Hahto

Sonstiges

  • Label

    Spinefarm Records

  • Spieldauer

    53:45

  • Erscheinungsdatum

    27.11.2009

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