Ziemlich böse sieht schon das Cover aus. Ein schöner Frauenkörper, durchzogen mit infernalischen Malen, wird von einer mysteriösen Hand unanständig betastet. Das Bild eines „Silent Dance With Death“ ist dazu sehr passend. Etwas Verbotenes, Bösartiges und – gerade deswegen – überaus Verlockendes steht bevor!
Ein sanftes Vorspiel bereitet auf die intensive Erfahrung vor, die aus rohem Black, melodischem Death, erschlagendem Thrash und akustischer Ruhe besteht. Diese Mischung wird bereits im zweiten Titel, dem zehnminütigen „Cold Dark Betrayal“, vollends ausgelebt. Im weiteren Verlauf der LP erwartet den Hörer eine Achterbahnfahrt der Stimmungen. Egal ob „Bring Me Death“, „Tear You Apart“, „The Fever Sets In“ oder „Give In To No One”, die Australier geben jeder dieser Ansage Authentizität. Hypnotisches Bass- und rituelles Schlagzeugspiel schaffen dabei eine dichte Atmosphäre.
Betrachtet man das Album aber als gesamte Einheit, fallen stellenweise Längen und seltene Belanglosigkeiten auf, die sich nicht ganz in das sphärische Dickicht einfinden und somit gerne auch gekürzt oder ganz gestrichen hätten werden können.
Die Produktion der Scheibe klingt sehr roh, was THE DEVIL WHITE klanglich mehr in Richtung Black Metal schiebt, als sie möglicherweise mit etwas vollerem Sound wären – das fällt aber nicht negativ ins Gewicht. Vielmehr stößt die gesangliche Leistung von Mike Lenane in den Cleanparts sauer auf. Dieses Problem hielt die Presse auch schon bei „Comfort In Silence“ (DRYAD’S TREE) davon ab dem ohnehin schon genialen Album noch bessere Kritiken zu verleihen.
FAZIT: Dass Jesus dunkelhäutig war, kann heutzutage wissenschaftlich begründet werden. THE DEVIL WHITE aus Australien argumentieren mit „Silent Dance With Death“ währenddessen glaubwürdig, dass der Herr der dunklen Seite ein Weißer ist. Überzeugend!
Punkte: 11/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 17.06.2010
Mike Lenane
Mike Lenane, Stephen Kingwell
Mike Lenane, Toby Bishop
Dani Evans
Mike Lenane
Ash Evans (Cello)
Eigenproduktion
62:17
14.09.2009