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The Dogma: Black Widow

Stil: Power Metal

Cover: The Dogma: Black Widow

Ein Cover in düsteren Farben, auf dem in ein junges, hübsches Mädchen, das, in ein langes Kleid gehüllt, neben einem Grabkreuz steht, ein unterarmlanges Messer auf eine gigantische Spinne richtet, die nur an ihrem Schatten auf der Wand hinter dem Mädchen zu erahnen ist – wer hierbei an norwegischen Black Metal denkt, liegt falsch, denn was THE DOGMA mit dem ersten Track „Dirty Dark Diane“ ohne Intro oder andere Spielereien raushauen, entpuppt sich als klassischer Power Metal aus Italien.

Nicht minder überrascht dürfte jungfräulicher Hörer von THE DOGMA sein, wenn das Quintett ab dem zweiten Song, „Mindfreak“, gutturalen Gesang auspackt und den sonst den frühen Edguy ähnlichen Arrangements eine Note beimischt, die stark nach moderneren Dimmu Borgir oder Cradle Of Filth klingt.

Dass sogar die Keyboarderin von Lordi beim Songwriting teilweise ihre Finger im Spiel hatte, ist dabei keineswegs zu überhören. Sogar das Gitarrensetting ruft Erinnerungen an die befreundeten Monsterrocker hervor, mit denen THE DOGMA nach Veröffentlichung von „Black Widow“ auf Europatour gehen werden.

Mit symphonischen Keyboard-Beimischungen und ausufernden Soli geizt die Band keinesfalls, verfällt dabei aber auch in das typisch kitschige Muster italienischen Power Metals. Spätestens ab dem ersten schnulzigen Akustik-Part mit betont gefühlvollen Vocals in „Eternal Embrace“ oder dem Intro bzw. Hauptthema von „The Nature And The Icelander“, das auf der spanisch-jüdischen Tonleiter basiert und daher äußerst arabisch anmutet, wird unklar, was THE DOGMA eigentlich beweisen wollen.

Ab der Hälfte des 11 Lieder umfassenden Albums wird es letztendlich auch schwierig, sich auf die teilweise seltsamen Strukturen zu konzentrieren, ohne von dem bombastischen Klang der Jungs erschlagen zu werden. Erst gegen Ende der Scheibe geben THE DOGMA dem Hörer mit dem Titeltrack „Black Widow“ noch einmal einen Song auf die Ohren, der auch beim ersten Mal des Hörens schon zum Mitsingen anregt.

FAZIT: Wenn THE DOGMA darauf aus sind, mit ihrem dritten Album endgültig ein ganz eigenes Genre zu erschaffen, könnte man ihnen wohl den Stempel „Darkened Progressive Symphonic Gothic/Power Metal“ aufdrücken. Das Gesamtkonzept der Songs ist stimmig, aber eine Spur zu bombastisch aufgelegt und wird daher schnell anstrengend. Nichtsdestotrotz hat die Band ihren eigenen Stil gefunden und wirkt nicht planlos. Freunde des üppigen Power Metals dürften in „Black Widow“ im Dezember einen Freund finden, den man einige Male in den CD-Player schieben muss, um ihn zu verstehen.

<span style="font-style: italic;">Sebastian Schack</span>

Punkte: 10/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 18.11.2010

Tracklist

  1. Dirty Dark Diane
  2. Mindfreak
  3. Eternal Embrace
  4. Lost Forevermore
  5. Gore Gore Girls
  6. The Nature And The Icelander
  7. The Bride Is Back
  8. Sister Pain
  9. The Fate Of The Leaders
  10. Black Widow
  11. All Alone

Besetzung

  • Bass

    Masso

  • Gesang

    Daniele Santori

  • Gitarre

    Cosimo Binetti

  • Keys

    Stefano Smeriglio

  • Schlagzeug

    Marco Bianchella

  • Sonstiges

    Stefano Smeriglio (Piano)

Sonstiges

  • Label

    Drakkar/Sony Music

  • Spieldauer

    49:17

  • Erscheinungsdatum

    03.11.2010

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